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Hückeswagen
Hückeswagen bekommt neue Flüchtlinge zugewiesen

Hückeswagen: Hückeswagen bekommt neue Flüchtlinge zugewiesen
Das Übergangswohnheim an der Peterstraße mit Platz für 90 Flüchtlinge steht noch leer, könnte aber bald belegt werden. FOTO: N. hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Die Schloss-Stadt erfüllt ihre Zuweisungsquote derzeit nur zu etwa 75 Prozent, die Bezirksregierung Arnsberg weist Hückeswagen daher bis Ende Oktober 15 weitere Flüchtlinge zu. Aktuell leben in der Stadt rund 290, wovon 94 von der Verwaltung betreut werden. Von Stephan Büllesbach

Von den 600 Flüchtlingen, die noch Anfang vorigen Jahres für Ende 2016 prognostiziert worden waren, war und ist Hückeswagen weit entfernt. Nicht einmal die Hälfte waren es im Dezember, als die Stadt 289 Asylbewerber zu betreuen hatte. Aktuell sind es noch 94, die sich in der Obhut der Stadtverwaltung befinden. Das teilte gestern Michael Kirch, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales bei der Stadtverwaltung, in einem Pressegespräch mit. Die Zahl der Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben und in der Schloss-Stadt leben, ist aber deutlich höher. Kirch geht davon aus, dass weitere 180 bis 190 Flüchtlinge aktuell vom Jobcenter betreut werden. Somit wäre in Etwa der Stand vom Jahresende erreicht.

Für die Zuweisungsquote durch die Bezirksregierung Arnsberg, die in Nordrhein-Westfalen für die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen zuständig ist, sind aber nur diejenigen maßgebend, um die sich die Stadtverwaltung kümmern muss - aktuell eben 94. Arnsberg hat daher jetzt festgestellt, dass Hückeswagen seine Zuweisungsquote zu wenig erfüllt hat. "Nach Absprache mit der dortigen Bezirksregierung bekommen wir bis Ende Oktober insgesamt 15 weitere Flüchtlinge zugewiesen", sagte Kirch. Um die Belastung der städtischen Mitarbeiter auf ein Mindestmaß zu reduzieren - sie waren aufgrund des enormen Ansturms im Herbst 2015 und bis weit ins vorige Jahr hinein stark eingespannt -, haben sich Stadt und übergeordnete Behörde geeinigt, dass maximal fünf Personen pro Woche nach Hückeswagen kommen werden. "Die ersten sind schon da", berichtete Kirch. In der vorigen Woche kamen fünf Ghanaer - eine vierköpfige Familie, die derzeit gegen die Ablehnung ihres Asylantrags klagt, und eine Einzelperson.

Abzüglich von fünf Flüchtlingen, die in Kürze in die Obhut des Jobcenters wechseln werden, würde die Stadt in acht Wochen etwa 104 Asylbewerber zu betreuen haben. Kirch geht von 150 bis 160 Flüchtlingen aus, sollte Hückeswagen seine Zuweisungsquote zu 100 Prozent erfüllen. Dass die Zahl so sehr sank, verwundert nicht, da Kirch sagt: "Die letzten Zuweisungen gab es 2016." In diesem Jahr sind in der Statistik bislang lediglich zwei Babys aufgeführt, die Ende 2016 geboren wurden.

Die Neuankömmlinge unterzubringen, ist für die Verwaltung kein Problem. Je zwei eigene und angemietete Übergangsheime stehen zur Verfügung (s. Info-Kasten). Dazu hat sie Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht - etwa in zwölf eigenen an der Gerhart-Hauptmann- und Kölner Straße. Weitere zwölf Wohnungen hat sie angemietet, wovon sieben aber bereits gekündigt wurden. Die Miete von weiteren fünf werden künftig vom Jobcenter bezahlt. In diesem Fall heißt das: Die Flüchtlinge können weiter in der Mietwohnung leben, nur diejenige Behörde, die die Miete zahlt, wird wechseln. Kirch deutet aber an, dass die Stadt künftige Flüchtlinge statt in Mietwohnungen im Übergangswohnheim an der Peterstraße einquartieren könnte. Die Zimmer im ehemaligen Bêché-Verwaltungstrakt sind bezugsfertig. Die Räume werden derzeit nur für Integrations- und Deutschkurse genutzt.

Auch wenn viele Flüchtlinge aus der Obhut der Stadt in die des Jobcenters gewechselt sind, so kümmert sich die Verwaltung dennoch um sie. "Angesichts der Bürokratie müssen wir sie an die Hand nehmen", sagte Kirch. Um sie sorgen sich seitens der Verwaltung etwa Deike Schütte und Mario Moritz, die extra für diese Aufgaben eingestellt wurden. "Aber auch das, was unsere ehrenamtlichen Paten machen, ist herausragend", betonte der Fachbereichsleiter.

Quelle: RP
 
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