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Hückeswagen
Helfer sammeln sechs Tonnen Müll

Hückeswagen: Helfer sammeln sechs Tonnen Müll
Die Bürger packten kräftig mit an: Hier sind (v.l.) Ruth und Alina Waschlewski mit Nele Kießling und Rainer Boxberg im Einsatz. Am Ende kamen fast sechs Tonnen Müll zusammen. Allerdings sinkt die Zahl der Helfer kontinuierlich. FOTO: hertgen
Hückeswagen. Am Samstag veranstaltete die Stadtverwaltung wieder gemeinsam mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) die "Aktion saubere Stadt". Mehr als 250 Bürger sammelten freiwillig Müll - die Zahl der Helfer geht aber stetig zurück. Von Wolfgang Weitzdörfer

Eitel Sonnenschein. So sah der Samstagvormittag in Hückeswagen aus. Das hatte auch Bürgermeister Dietmar Persian bei der Begrüßung der zahlreich erschienen Bürger im Foyer des Bürgerzentrums registriert. "Nicht nur Sie machen alle mit, auch Petrus macht mit. Wir sind nun eine der letzten umliegenden Gemeinden, die bei sich zu Hause aufräumen. Dafür blitzt es heute Nachmittag in Hückeswagen ganz besonders schön", sagte er und schmunzelte.

Es sei erneut ein großartiges Engagement der Vereine und Bürger, die sich bei bestem Wetter drei Stunden lang des leider nach wie vor zahlreich vorhandenen wilden Mülls annehmen würden. Nur wenige Minuten später war der Bürgermeister zu sehen, wie er sich bergziegengleich am Schlosshang entlang hangelte, um vielleicht auch möglicherweise aus dem Rathausfenster gewehte Anträge zum Haushaltssicherungskonzept wieder einzufangen.

Nein, weit wahrscheinlicher war es, dass Persian mit seinen Mitstreitern Papierfetzen, Flaschen und Plastikverpackungen in seinem Müllsack vom Schlosshang herunterbringen würde: Hückeswagen hatte den Frühjahrsputz eingeläutet. Schon die ganze Woche über hatten die Kinder der Montanusschule, der Realschule und der Kindergärten wilden Müll gesammelt, am Samstag fand die jährlich wiederkehrende Aktion mit der großen Aufräumaktion der Vereine und Privatpersonen ihren Abschluss.

Johannes Meier-Frankenfeld von der Stadtverwaltung hatte in diesem Jahr die Organisation übernommen. "Es waren vier Wochen Vorarbeit. Wir haben im Vorfeld insgesamt zwölf feste Gruppen zusammenbekommen, die sich um festgelegte Bezirke in und um die Stadt kümmern. Dazu gehören Parteien aus dem Stadtrat, etwa von Bündnis 90/Die Grünen, den Freien aktiven Bürgern oder der SPD, dazu der AWO-Kindergarten, die Chorgemeinschaft Straßweg sowie zahlreiche Privatpersonen, die sich zusammengeschlossen haben", sagte er. Die Teilnehmerzahl sei in den vergangenen Jahren allerdings recht kontinuierlich gesunken - und Meier-Frankenfeld hätte auch am Samstagvormittag noch einige Bezirke zu vergeben gehabt. "Wir können leider nicht viel mehr tun, als Werbung für den Aktionstag zu machen", sagte er und merkte an, dass das Konzept nach mehr als 25 Jahren möglicherweise eine Frischzellenkur vertragen könnte. Am Ende herrschte dann aber doch wieder eitel Sonnenschein. Denn die fleißigen Sammler hatten wieder viel weggeräumt und damit die Schloss-Stadt ein gutes Stück sauberer gemacht.

Dabei landeten auch wieder einige Kuriositäten in den großen Müllsäcken, die die BAV-Mitarbeiter neben den Handschuhen ausgegeben hatten. "Manfred Flosbach hat in Wiehagen etwa eine Damenhandtasche gefunden, bestens in Schuss, aber komplett leergeräumt", erzählte Meier-Frankenfeld schmunzelnd. In Kleineichen wurde zudem ein toter Maulwurf gefunden. "Den haben die Müllsammler aber sofort standesgemäß begraben", sagte Meier-Frankenfeld. Noch am Nachmittag rückten dann die BAV-Mitarbeiter aus, um die Müllsäcke einzusammeln.

Wie sinnvoll die ganze Aktion ist, weil nämlich alles mit allem zusammenhängt, erklärte zum Schluss die zehnjährige Sina, die ebenfalls fleißig mitgesammelt hatte. "Ich finde es total schlimm, wenn die Tiere unseren Müll fressen. Wenn den dann nämlich auch die Kühe und Hühner fressen, dann landet der Plastikmüll irgendwann auch wieder in unserem Essen."

Schöner könnte der Sinn der "Aktion saubere Stadt" wohl kaum zusammengefasst werden.

Quelle: RP
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