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Hückeswagen
Hückeswagen ist ohne Streetworker

Hückeswagen: Hückeswagen ist ohne Streetworker
Auf seinen Rat können Hückeswagener Jugendliche nicht mehr bauen: Heiko Lenger leitet seit dem 12. Oktober die Erstaufnahmeeinrichtung in Ründeroth. Der DRK-Kreisverband bemüht sich aber, schnellstmöglich einen neuen Streetworker für Hückeswagen (und Marienheide) einstellen zu können. FOTO: Nico Hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Heiko Lenger war seit dem 1. November 2012 Streetworker für Hückeswagen und Marienheide, jetzt leitet er die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Engelskirchen-Ründeroth. Der DRK-Kreisverband will die Stelle neu besetzen. Von Stephan Büllesbach und Brigitte Neuschäfer

Die Jugendsozialarbeit auf der Straße findet in Hückeswagen nicht mehr statt. Der Grund: Heiko Lenger, der als Angestellter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fast drei Jahre als Streetworker in der Schloss-Stadt und auch in der Gemeinde Marienheide tätig war, hat eine neue Aufgabe im Oberbergischen Kreis übernommen. Der 30-jährige Diplom-Sozialpädagoge aus Bergneustadt leitet seit dem 12. Oktober die vor wenigen Wochen eingerichtete Erstaufnahme-einrichtung für Flüchtlinge in Engelskirchen-Ründeroth.

Ob und wann ein neuer Streetworker die Arbeit von Heiko Lenger in Hückeswagen fortsetzen wird, ist noch offen. "Wie's weitergeht, kann ich nicht sagen", sagte dazu Michael Kirch als zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus am Dienstagabend in der Sitzung des Sozialausschusses. Große Hoffnung auf eine schnelle Neubesetzung der Stelle hat er jedenfalls nicht. Das hängt auch damit zusammen, dass die Nachfrage nach Fachkräften in der Sozialarbeit laut Kirch derzeit deutlich höher ist als das Angebot auf diesem Stellenmarkt. Es dürfte schon deshalb schwierig werden, einen neuen Streetworker zu finden.

Die Ausschreibung läuft jedoch. Bis kommenden Samstag, 31. Oktober, können sich Interessenten beim Kreisverband des Roten Kreuzes in Gummersbach bewerben, wie dessen Geschäftsführer Rolf Braun gestern auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. "Wir würden die Stelle lieber heute als morgen besetzen", sagte er. Sollte sich nach den Bewerbungsgesprächen ein geeigneter Kandidat herauskristallisieren, kommt es darauf an, ab wann er verfügbar ist. Ob Kündigungszeiten zu beachten sind oder ob er vielleicht sofort anfangen könnte. Braun hofft, dass der Neue spätestens am 1. Januar Lengers Nachfolge antreten wird. "Wir haben neben den Flüchtlingen auch noch ein paar andere Probleme in Deutschland", betonte Braun. "Dazu gehört auch die Streetwork."

Heiko Lenger hatte vor fast genau drei Jahren als Streetworker die Nachfolge von Chris Weinert angetreten. In dieser Zeit hat er viele Kontakte zu Hückeswagener und Marienheider Jugendlichen geknüpft. Einigen hat er seine spontane Entscheidung, die Arbeit als Streetworker gegen die des Leiters eines Flüchtlingsheims einzutauschen, mitteilen können. Die meisten waren nicht gerade angetan davon, gesteht er.

Seinen Arbeitsplatz- und Ortswechsel hatte der Diplom-Sozialpädagoge so gar nicht geplant. Lenger hatte die Leitung der Erstaufnahmeeinrichtung zunächst als Urlaubsvertretung angetreten. Als dann das DRK in Wiehl-Bomig aber ein weiteres Flüchtlingsheim eröffnete, "nahm das Ganze Gestalt an", sagte er. Er habe in den drei Jahren als Streetworker viel erlebt, aufgebaut und begleitet. Lenger: "Das ist jetzt die logische Weiterentwicklung. Als 30-Jähriger muss man eine neue Herausforderung annehmen, sich neu orientieren und weiterentwickeln."

Er hofft, dass schnellstmöglich ein Nachfolger für die wichtige Arbeit in Hückeswagen und Marienheide gefunden wird. "Der Bedarf an Streetwork ist da; da hat sich nichts geändert", betonte Lenger. Doch nun ist eine Lücke entstanden, die geschlossen werden müsse. Er werde an den Vorstellungsgesprächen teilnehmen, und er wolle dann auch Ansprechpartner für seinen Nachfolger sein.

Auf jeden Fall will Lenger noch einmal in die Schloss-Stadt kommen und eine Grillparty geben. Das hat er den Jugendlichen versprochen. Denn die sind ihm ans Herz gewachsen: "Die Jugendlichen sind keine Nummer, das sind Menschen mit einer Geschichte."

Quelle: RP
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