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Hückeswagen
Ölfilm treibt auf Teich und Dörpebach

Hückeswagen: Ölfilm auf dem Dörpebach
Gudrun Hagemann-Henseler am ehemaligen Mühlenteich auf ihrem Grundstück in Dörpersteeg – deutlich zu sehen sind die Ölschlieren, die seit dem heftigen Regen am Mittwochabend auf dem Dörpebach und dem Teich zu finden sind. Das Öl hat offenbar die Lebenwesen darin verenden lassen. FOTO: Michael Sch�tz
Hückeswagen. Nach dem Starkregen von Mittwochabend hat sich auf dem Dörpebach und in der Folge auf dem ehemaligen Mühlenteich in Dörpersteeg ein Ölfilm abgelegt. Wupperverband und Untere Wasserbehörde forschen nach der Ursache. Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen Gudrun Hagemann-Henseler hat "den Papp auf": Auf dem Teich auf ihrem Grundstück in Dörpersteeg schwimmen Ölschlieren. "Der Teich ist tot!", ist sich die Hückeswagenerin sicher. Durch das Öl dürfte kein Leben mehr im und am Wasser vorhanden sein. Sie glaubt, dass die Fische verendet sind. Und was mit den Enten passiert ist, die vor kurzem noch dort brüteten, weiß sie am Donnerstagmorgen nicht.

Was die Anwohnerin so richtig ärgert, ist, dass es nicht der erste Vorfall dieser Art ist. "Schon vor Jahren ist hier in den Teich Öl eingeleitet worden", erzählt Gudrun Hagemann-Henseler im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch offenbar werde bei der Ermittlung der Verursacher nicht mit Nachdruck nachgegangen. "Wir als Bürger werden aber in die Pflicht genommen, uns an den Naturschutz zu halten."

Sie geht davon aus, dass das Öl nach dem Starkregen am Mittwochabend gegen 20 Uhr in den Teich gespült worden ist. Sofort informierte sie gestern Morgen die Feuerwehr und die Kreisverwaltung und stellte bei der Polizei Strafanzeige. Einen Verdacht, wer möglicherweise Öl in den Dörpebach und in Folge auch in ihren Teich eingeleitet haben könnte, hat sie. Den teilte sie den Mitarbeitern der Unteren Landschaftsbehörde auch mit.

Diese entnahmen am Morgen Wasser- und Bodenproben – ebenso wie Mitarbeiter des Wupperverbands und der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Remscheid, denn das Wasser des Dörpebachs fließt auf ihrem Gebiet in die Wupper-Talsperre. Das teilte Kreis-Sprecherin Iris Trespe auf Anfrage der BM mit. Gegen 10 Uhr war das Kreisumweltamt informiert worden, die Mitarbeiter rückten dann umgehend aus. Eine Ursache war bis Redaktionsschluss noch nicht gefunden worden. Fest steht aber laut Trespe, dass der heftige Niederschlag am Abend zuvor eine große Rolle gespielt haben muss. "Die Pumpstation in Wiehagen mischt das Abwasser mit dem Regenwasser", erläuterte sie. Bei Starkregen aber kann sie die großen Mengen Niederschlag nicht mehr zurückhalten, so dass das Wasser in das Regenüberlaufbecken unter der Kreuzung in Winterhagen läuft. "Ist das voll, fließt das Wasser in den Dörpebach." Irgendwie muss das Öl dann in die Kanalisation und das Regenüberlaufbecken gekommen sein.

Das bestätigte auch Stadtbrandinspektor Karsten Binder: "Das Regenüberlaufbecken ist stark verschmutzt." Durch den Sturzregen sei relativ viel Oberflächenwasser auf den Straßen gewesen. Das habe womöglich Motor- und Betriebsöle von Fahrzeugen, die sich über eine lange Zeit auf dem Asphalt angesammelt hatten, mit sich fortgespült. Zudem gebe es in der Umgebung des Dörpebachs Betriebe, die mit Ölen, Fetten und Schmiermitteln arbeiten würden. Auch Letztere könnten womöglich in die Kanalisation gelaufen sein. "Was nun tatsächlich die Ursache ist, muss noch ermittelt werden", stellte er klar.

Die Feuerwehr musste laut Iris Trespe die Ölschicht aus Bach und Teich absaugen; eventuell muss auch ein Teil der Böschung abgetragen werden. "Für die Bevölkerung besteht aber keine Gefahr, da es sich nicht um Trinkwasser handelt", versicherte die Kreis-Sprecherin.

Gudrun Hagemann-Henseler will nun endlich Klarheit. Von den Börden erwartet sie eine Antworten vor allem auf eine Frage: "Wer ist der Verursacher?" Denn fest steht für sie: "Das darf sich nicht noch einmal wiederholen!"

Feuerwehr errichtet Ölsperre bei Dörpersteeg

Im Bereich einer kleinen Brücke zwischen Dörpersteeg und Goldenbergshammer an der Stadtgrenze zu Remscheid richteten die Feuerwehrleute eine Ölsperre ein. An dieser Stelle, an der das Wasser des Dörpebachs langsam fließt, wurde nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Karsten Binder ein Schlauch aufgeblasen. Der ist mit Gewichten beschwert, so dass er nicht durch die Strömung fortbewegt werden kann. Zudem verstreuten die Einsatzkräfte dort schwimmfähiges Bindemittel, um den Ölfilm so abtragen zu können.

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