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Hückeswagen
Hückeswagen schrumpft bis 2030 weiter

Hückeswagen. Die Bevölkerungsstruktur der Schloss-Stadt wird sich laut Prognose der Bertelsmann-Stiftung in den kommenden 15 Jahren spürbar verändern: Das Durchschnittsalter steigt, der Pflegebedarf nimmt zu. Die Herausforderungen für Hückeswagen sind immens. Von Heike Karsten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl im Juni überraschte: Sank die Einwohnerzahl Hückeswagens seit Jahren fast kontinuierlich, stieg sie im vorigen Monat gleich um 40 auf insgesamt 15 861 an. Doch dieser Trend wird nicht von Dauer sein, wie der jüngst veröffentlichten Bevölkerungsprognose aus dem Datenportal "Wegweiser Kommune" der Bertelsmann-Stiftung zu entnehmen ist.

Demnach wird trotz hoher Zuwanderung die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden 15 Jahren deutlich schrumpfen und dazu kräftig altern. Und: Es zieht die Menschen weiterhin in die Städte. Die ländlichen Gebiete, zu denen auch Hückeswagen zählt, dünnen hingegen aus. Nordrhein-Westfalen wird bis zum Jahr 2030 rund 480 000 Einwohner verlieren. Das entspricht einer Stadt von der Größe Duisburgs. Für die Studie wurde die zahlenmäßige Entwicklung der Bevölkerung für Städte und Gemeinden ab 5000 Einwohner sowie aller Landkreise berechnet.

Für die Schloss-Stadt ist laut Statistik mit einem Rückgang der Einwohnerzahl von 9,7 Prozent zu rechnen. Sie sinkt demnach von der Berechnungszahl aus dem Jahr 2012 von 15 140 bis zum Jahr 2030 auf 13 670 - das sind 1470 Einwohner weniger. "Es wird immer schwieriger, eine gute Infrastruktur in den schrumpfenden und alternden Regionen zu gewährleisten", betont Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Die zentrale Herausforderung sei, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe anzubieten.

Denn die zunehmende Alterung in der Bevölkerung bedeutet auch einen erhöhten Pflegebedarf: 2030 wird die Hälfte der Bürger älter als 47,4 Jahre sein, während das sogenannte Medianalter (s. Kasten) im Jahr 2012 noch 44,9 Jahre betrug. Im Oberbergischen Kreis wird der Zentralwert 2030 bei 49,3 Jahre, in Hückeswagen sogar bei 52,3 Jahre liegen. So steigt die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre bundesweit um 47,2 Prozent auf über 6,3 Millionen - im Oberbergischen Kreis um 40,2 Prozent. Somit besteht die Gefahr von Versorgungslücken durch zu wenige Pflegekräfte. Stadtkämmerin Isabel Bever blickt trotz der düsteren Prognose optimistisch in die Zukunft (s. unten stehenden Artikel).

Laut Prognose wird die Nachbarstadt Remscheid von allen Städten und Landkreisen in NRW am stärksten vom Einwohnerrückgang betroffen sein. Mit einem Rückgang von 11,8 Prozent bis zum Jahr 2030 würde die Einwohnerzahl auf unter 100 000 sinken. Damit würde Remscheid nicht mehr als Großstadt gelten, was wiederum eine große Auswirkung im Behördenbereich nach sich zöge. Einen nennenswerten Zuwachs der Bevölkerung bis 2030 wird hingegen den Großstädten Münster (11,3 Prozent) Köln (7,9 Prozent), Bonn (7,2 Prozent) und Düsseldorf (3,8 Prozent) vorausgesagt.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt die Bevölkerungsentwicklung von NRW im Mittelfeld. Wachsen werden die Stadtstaaten Berlin (+ 10,3 Prozent) und Hamburg (+ 7,5 Prozent) sowie Bayern (+ 3,5 Prozent). Dagegen verlieren Sachsen-Anhalt (- 13,6 Prozent) und Thüringen (- 9,9 Prozent) einen beachtlichen Teil ihrer Bevölkerung.

Quelle: RP
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