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Hückeswagen
Hückeswagen trauert um Gernot Göhlich

Hückeswagen. Der ehemalige SSV-Vorsitzende (2001 bis 2005) starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren.

Es waren stürmische Zeiten. Nie war der 1956 gegründete Stadtsportverband (SSV) in einer so prekären Situation wie 1999/2000. Als der damalige SSV-Vorsitzende Wolfgang Schuldner im Dezember 1999 in einer Vorstandssitzung erstmalig von dem 50 000-D-Mark-Defizit sprach, brach in den Sportvereinen ein Sturm der Entrüstung aus. Gleich vier außerordentliche Mitgliederversammlungen folgten 2000; am Ende folgte bei der Jahreshauptversammlung der Austausch des fast kompletten SSV-Vorstands. Auf Schuldner, der dem Verband 16 Jahre vorgestanden hatte, folgte am 9. Februar 2001 Gernot Göhlich. Das langjährige ATV-Mitglied schaffte es, den SSV wieder ein ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Am vergangenen Juni starb der pensionierte Zollbeamte nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Göhlich war fast 66 Jahre engagiertes und aktives Mitglied des ATV. In seinen jungen Jahren spielte er Handball, war begeisterter Leichtathlet, und er liebte das Geräteturnen. "Aber auch im Schwimmen und im Springen vom Drei- und Zehn-Meter-Turm glänzte er durch Höchstleistungen", berichten die beiden früheren ATV-Vorsitzenden Patricia Jantke und Jürgen Dickentmann.

Mit Freunden aus dem ATV organisierte Göhlich von 1964 bis 1974 die beliebten Pentathlon-Wettkämpfe, 1982 plante er mit Vereinskameraden den ersten ATV-Triathlon und schuf damit die Grundlage zur Etablierung dieser Sportart in Hückeswagen. Seit 1984 organisierte er mit anderen sportbegeisterten ATV-Mitgliedern alle zwei Jahre eine große Fahrradtour.

Gernot Göhlich dürfte auch der Hückeswagener Sportabzeichen-Rekordhalter sein. So zeigen 53 dieser Auszeichnungen in Gold von seiner nicht nachlassenden Sportbegeisterung. "Einen Höhepunkt seines Sportlerlebens erreichte er mit weiteren Athleten aus Radevormwald und Hückeswagen mit der Teilnahme an der Show 'Spiel ohne Grenzen' 1970 in Radevormwald, Avignon und Verona, wo das bergische Team in der internationalen Endausscheidung mit Gernot als Mannschaftskapitän den dritten Platz belegte", erinnern sich Jantke und Dickentmann.

In späteren Jahren verlagerten sich Göhlichs sportliche Aktivitäten. Er liebte den Wintersport, spielte mit Freunden im ATV, aber auch im TBH Prellball, engagierte sich im Tennisclub Blau-Rot, genoss weiterhin das Radfahren und das Inline-Skaten.

Göhlich engagierte sich darüber hinaus für die Vereinsorganisation des ATV. So unterstützte er die Vereinsführung von 1973 bis 1991 als Oberturnwart und kümmerte sich um alle sportlichen Fragen. Nach seiner Zeit als SSV-Vorsitzender übernahm er am 1. Januar 2008 zusammen mit Markus Beeh und Horst Lempke die Geschäftsführung der neu gegründeten Bürgerbad gGmbH, woraus er sich aus gesundheitlichen Gründen aber nach einigen Monaten wieder zurückziehen musste.

"Der ATV verliert mit Gernot Göhlich einen vorbildlichen Sportler, einen engagierten, hilfsbereiten und fachkundigen Berater und einen guten Freund", schreiben Patricia Jantke und Jürgen Dickentmann.

Die Trauerfeier für den Verstorbenen ist am kommenden Freitag, 12. Juni, 13 Uhr, im Kolumbarium, Johanniskirche, Kölner Straße. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof.

(büba)
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