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Hückeswagen
Hückeswagen und Etaples im Ersten Weltkrieg

Hückeswagen. Die beeindruckende Ausstellung "Im Schatten des Krieges" wurde im Heimatmuseum eröffnet. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es bleibt für alle Generationen die gleiche Frage: Was lernt sie aus der Geschichte, aus den Fehlern und Errungenschaften der Vorväter? Und wie kann dieses Lernen geschehen? Ein wichtiger, vielleicht der wichtigste Weg ist die Erinnerung. Hier liegt auch die Grundmotivation für die von Dr. Axel Bornkessel initiierte und vom Verein Bergische Zeitgeschichte (BZG) unterstützte Ausstellung zu Bornkessels gleichnamigen Buch "Im Schatten des Krieges. Hückeswagen und Etaples-sur-Mer von 1914 bis 1918", die am Freitag vor etwa 100 Interessierten von Schirmherr Bürgermeister Dietmar Persian im Heimatmuseum eröffnet wurde.

Neben Persian waren Joelle Callsen-Lemoult vom Partnerschaftkomitee, Bornkessel und auch eine kleine Delegation aus der französischen Partnerstadt um Gérard Duflos, dem Vorsitzenden des Comité des Echanges d'Hückeswagen, der Einladung gefolgt.

Persian freute sich besonders über den Besuch aus dem westlichen Nachbarland, auch wenn sein Amtskollege Philippe Fait aus dienstlichen Gründen nicht dabei sein konnte: "Seit mehr als 50 Jahren, seit dem Elysee-Vertrag, sind Deutschland und Frankreich Freunde. Auch Etaples und Hückeswagen sind seit vielen Jahrzehnten freundschaftlich verbunden. Und es ist wie immer: Sobald man sich kennenlernt, fallen die Vorurteile. Wir können froh und dankbar sein, dass die Szenen auf den Fotos in der Ausstellung der Vergangenheit angehören." Persian wünschte sich viele Besucher für die Ausstellung über die Auswirkungen der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts auf die beiden Städte Hückeswagen und Etaples-sur-Mer".

Erinnerung an und Lernen aus der Vergangenheit waren auch für die BZG-Vorsitzende Iris Kausemann die Hauptargumente für die Ausstellung: "Denn auch heute gibt es viele Kriege weltweit, es gibt Not, Flucht und Elend. Fehler, die vor 100 Jahren gemacht wurden, dürfen nicht wiederholt werden. Jeder kann im Kleinen das Seinige dazu beitragen, dazu zählt auch diese Ausstellung." Callsen-Lemoult und Duflos sahen das genauso: "Das Ergebnis ist phänomenal", betonte Callsen-Lemoult, während ihr französischer Kollege sagte: "Wir gehören glücklicherweise zu einer Generation, die den Krieg nicht kennenlernen musste. Aber zwei Weltkriege in einem Jahrhundert - das dürfen wir nicht vergessen!" Bornkessel zeichnete anhand persönlicher Erinnerungen ein Bild davon, wie bei ihm das Interesse für Geschichte, Politik, Europa und die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland gewachsen ist: "Meine Biografie ist zum großen Teil der Grund für das Buch. Die restliche Überzeugungsarbeit leisteten unsere Freunde aus Etaples-sur-Mer, die von der Idee begeistert waren", sagte Bornkessel, der ein Stück Sozialgeschichte aus dem Ersten Weltkrieg recherchiert hat: "Die Folgen waren für die Menschen in den kleinen Städten teils gravierend, exemplarisch habe ich das an Hückeswagen und Etaples aufgezeigt."

Dauer Die Ausstellung ist bis zum 24. April im Heimatmuseum am Schloss zu sehen: freitags, 10 bis 18 Uhr, samstags, 10 bis 16 Uhr, sonntags, 11 bis 13 Uhr, Eintritt frei.

Quelle: RP
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