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Hückeswagen
Hückeswagener Ansichten aus dem 19. Jahrhundert

Hückeswagen. Es ist ein großer Schatz, den ein Hauseigentümer aus der Nachbarstadt Wipperfürth der Stadt vor etwa fünf Jahren überlassen hatte: Rund 40.000 Bilder des Fotografen Theoder Meuwsen, des ersten, im späten 19. Jahrhundert in Hückeswagen ansässigen Fotografen. Über Leben und Wirken Meuwsens, der 1839 als Sohn von Gerhard und Theresia Meuwsens in der Hansestadt geboren wurde, berichtete am Freitagabend Erich Kahl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth, im Heimatmuseum. Zwölf Interessierte kamen zu dem Diavortrag.

"Die Bilder waren auf dem Speicher des ehemaligen Fotoateliers Meuwsens zum großen Teil in Kartons gelagert und daher sehr gut erhalten. Ebenfalls haben wir viele Glasplattennegative bekommen, die noch bessere Ansichten ermöglichen", sagte Kahl und zeigte gleich eine ganze Reihe der historischen Ansichten. Derzeit werden die Bilder in ehrenamtlicher Arbeit digitalisiert: "Etwa 11.000 Stück haben wir bereits archiviert - das hat viereinhalb Jahre gedauert", machte Kahl den enormen Arbeitsaufwand deutlich.

Der hat sich jedoch gelohnt: So erfuhr man etwa, dass der erste Hückeswagener Fotograf seine Arbeit in der Schloss-Stadt im Jahr 1876 im Glashaus im Garten des Hotels Bremer an der Islandstraße aufgenommen hatte und dort zunächst für einzelne Tage für Fotoaufnahmen zur Verfügung stand.

Sein Ursprungs-Atelier in Wipperfürth hatte er 1870 eröffnet, nachdem er beim Wanderfotografen Spribille das Handwerk erlernt hatte. Wenn man sich bewusst macht, dass es seinerzeit nur einen Pferde-Omnibus gab, der die Menschen in drei Stunden etwa nach Gummersbach bringen konnte, wo Meuwsen ebenfalls eine Filiale eröffnet hatte, wurde der Aufwand deutlich, den der Fotograf damals betreiben musste.

Für die Hückeswagener im Publikum waren natürlich die Ansichten der eigenen Stadt besonders interessant. Da war etwa eine Friedrichstraße zu sehen, die noch kaum bebaut war, oder es gab einen Blick vom heutigen Fürstenberg aus, von dem aus man den gerade gebauten und eingeweihten Bahnhof erkennen konnte. Meuwsen hatte allerdings nicht nur Stadtansichten fotografiert - der Wipperfürther war auch ein passionierter Fotograf von Industrieanlagen. So waren Ansichten der alten Fabrik in Hammerstein zu sehen wie auch Panoramabilder von Kräwinklerbrücke oder Vogelsmühle in Radevormwald.

(wow)
 
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