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Hückeswagen
Hückeswagener "erarbeiten" sich die Welt

Hückeswagen. Seit März und voraussichtlich noch bis Januar arbeiten die Hückeswagener Ines und Stefan Ernst in Tunesien. Das Attentat in Sousse mit 38 Toten macht sich auch an ihrem Arbeitsplatz auf der Insel Djerba bemerkbar. Von Heike Karsten

Für Ines und Stefan Michael "Dundee" Ernst ist die Heimat da, wo ihre Koffer stehen. Seit mehreren Jahren reist das Hückeswagener Ehepaar durch die Welt. Ende Februar startete es zu einer längeren Reise nach Tunesien. Dort arbeitet der 47-jährige gelernte Koch im Robinson Club Bahiya auf Djerba als Küchendirektor. "Ich bin für den gesamten reibungslosen Ablauf verantwortlich und für 55 Mitarbeiter zuständig", berichtet Ernst. Ehefrau Ines ist von Beruf Sportlehrerin und arbeitet seit 15 Jahren als Katamaran-Segellehrerin.

Die Reiselust hat das Paar schon sehr früh gepackt. "In der Kindheit haben wir oft Urlaub mit dem Wohnwagen gemacht. Nach der Berufsausbildung ging ich ins Ausland, um mich beruflich weiter zu bilden, andere Küchen und Kulturen kennenzulernen. Dadurch entstand eine gewisse Reiselust", erzählt der Koch. Für seine Frau, die in Rostock aufgewachsen ist, waren Reisen bis zum 23. Lebensjahr nicht ohne weiteres möglich. "Nach der Wende habe ich mit dem Reisen begonnen und Spaß daran gefunden, andere Länder und Menschen kennenzulernen", sagt Ines Ernst.

Wie in Deutschland geht auch Stefan Ernst täglich zur Arbeit, mit dem Vorteil, dass der Arbeitsweg sehr kurz ist. "Wir wohnen in der Anlage", sagt er.

Das Attentat im Juni, bei dem ein Terrorist am Strand des tunesischen Urlaubsorts Sousse 38 Menschen erschoss, macht sich auch auf Djerba bemerkbar: Die Gästezahlen gingen zurück, die Zahl der Sicherheitskräfte am Strand wurde erhöht. "Es wurden zusätzliche Straßensperren errichtet, an denen Fahrzeuge und Personen kontrolliert werden", beschreibt der Hückeswagener seine Beobachtungen. Die Tunesier setzten alles daran, den Tourismus aufrechtzuerhalten. "Sie sind sehr wütend auf das, was geschehen ist, denn durch das Attentat ist auch ihre Existenz bedroht", fügt er hinzu.

Trotz Arbeit genießt das Ehepaar die 14 Stunden Sonne am Tag, die warmen Temperaturen, die Menschen, das Essen, den wenigen Regen und ebenso die oft karge Landschaft und die Stille der Wüste. "Das macht den Reiz aus", versichert das Paar.

Nach Tunesien auswandern möchten Ines und Stefan Ernst dennoch nicht, auch wenn sie ans Auswandern schon des Öfteren gedacht haben. "Im Prinzip sind wir ja schon fast ausgewandert, denn seit über 20 Jahren arbeiten wir in den verschiedensten Ländern wie Spanien, Tunesien, Ägypten, Schweiz, Österreich, Zypern, Türkei und Italien", sagt der 47-jährige Kosmopolit.

Der rote Land Rover des Ehepaars mit dem GM-Nummernschild ist als zuverlässiger Gefährte immer mit dabei. Mit ihm sind die Reiselustigen auch nach Tunesien gefahren und unternehmen an freien Tagen Ausflüge in die Umgebung.

Den Spitznamen "Dundee" erhielt der Weltenbummler von einem Freund, nachdem er von einem Off-Road-Event zurückkam und dementsprechend gekleidet war. "Er meinte, ich sähe aus wie Crocodile Dundee. Es würde nur noch das entsprechende Auto fehlen", erinnert sich Stefan Michael Ernst an diesen amüsanten Moment.

Quelle: RP
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