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Schiffslogbuch
Hückeswagener macht sich nun auf nach Taiwan

Hückeswagen. HONGKONG/HÜCKESWAGEN (BM) Der 22-jährige Jan Günther war im vergangenen Jahr nach dem Abitur am Berufskolleg Hückeswagen für ein halbes Jahr an Bord des Schiffes "Logos Hope" gegangen und hatte dort diverse Hilfseinsätze unterstützt. Vor einigen Wochen kehrte er zurück und bleibt nun weitere zwei Jahre. Darüber berichtet er in unregelmäßigem Abstand im "Logbuch" der Bergischen Morgenpost.

"Geschafft! Mein erstes ,Lineup' und der zweiwöchige Besuch der ,Logos Hope' in Hongkong sind vorbei, und ich kann auf eine ereignisreiche Zeit zurückblicken. Drei Monate habe ich damit verbacht, alles fürs Eintreffen unseres Schiffes vorzubereiten. Es war allgemein nicht ganz so einfach, Hongkonger dazu zu begeistern, unseren Buchladen zu besuchen und bei uns als einer von 100 freiwilligen Helfern mit anzupacken, die wir gesucht haben.

Uns war von vorneherein bewusst, dass wir stark auf eine gute Berichterstattung in der Hongkonger Presse angewiesen sind, um Einheimische für unser Schiff zu begeistern. Deshalb hatten wir für den zweiten Tag des Schiffbesuchs einen offiziellen Empfang mit einer Pressekonferenz angesetzt, um der Presse eine Möglichkeit zu geben, an Bord zu kommen und Fragen zu stellen. Im Vorfeld hatten sechs Fernsehsender und Zeitungen ihr Kommen zugesagt. Dementsprechend überrascht waren wir, als dann 45 Fernsehsender, Zeitungen und Onlineportale kamen, um dabei zu sein. Der Saal war brechend voll, und überall standen Kameramänner und Reporter, die um die besten Plätze für ihre Aufnahmen kämpften. Anschließend wollten alle den Rest des Schiffs sehen und von uns herumgeführt werden. Das Beantworten von Fragen vor laufender Kamera war dann doch eine aufregende, neue Erfahrung für mich.

Am nächsten Tag war die ,Logos Hope' bei sämtlichen Fernsehsendern und in allen Zeitungsblättern Hongkongs und teilweise sogar in China präsent, was dazu führte, dass während unseres 15-tägigen Aufenthalts mehr als 108 000 Menschen unser Schiff und den Buchladen besuchten. Dieser Andrang hat selbst unsere optimistischen Erwartungen und Gebete übertroffen.

Besonders hat es die Hongkonger beeindruckt, als wir ihnen davon erzählt haben, dass unsere gesamte 400 Männer und Frauen starke Besatzung auf freiwilliger Basis angestellt ist und sowohl der Kapitän, als auch der Tellerwäscher in der Küche keine Bezahlung bekommen, sondern aus Überzeugung an Bord arbeitet.

Mittlerweile haben wir Hongkong bereits verlassen und sind nach Taiwan gefahren. In den nächsten zwei Monaten werden wir in Malaysia, Myanmar und Sri Lanka unseren mehrjährigen Aufenthalt in Asien beenden und unsere Reise in Afrika fortsetzen, wo mit Sicherheit neue, spannende Herausforderungen auf uns warten."

JAN GÜNTHER

Quelle: RP
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