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Bm-Tagebuch
Hückeswagener Paar bereist die Welt

Bm-Tagebuch: Hückeswagener Paar bereist die Welt
Sina Schubert und Carsten Konsen im Nationalpark Cabo de Gata. Dort haben sie zwei Wochen verbracht - ungeplant. Ihr Vorteil: Auf ihrer Weltreise sind sie an keine Termine gebunden, sondern entscheiden frei, wo es hingeht und wie lange sie bleiben. Nächstes Ziel der zwei Hückeswagener soll Marokko sein. FOTO: Sina Schubert
Hückeswagen. Carsten Konsen und Sina Schubert reisen in ihrem VW-Bus in Richtung Süden. Jeden Monat berichten sie in der BM vom Leben "on the road". Von Sina Schubert

Cabo de Gata Am Anfang ist alles neu. Vor allem wenn es der Start in ein Busleben ist, in ein Leben "on the road" (dt.: auf der Straße) auf unbegrenzte Zeit.

Man würde davon ausgehen, dass dieser Schritt eine Menge Vorbereitung benötigt. Die Fragen nach einer detaillierten Packliste, einem Reiseführer und einer genauen Route müssen doch beantwortet werden, oder? Für uns hat sich das aber mehr oder weniger spontan gestaltet: Der Busausbau war nach fünf Monaten fertig - und plötzlich waren wir unterwegs.

Nach einer kurzen Tour durch den Südwesten Deutschlands, wo wir Freunde und Familie besuchten, fuhren wir in Richtung Süden. Fest stand, die Wintermonate in Portugal, Spanien und vielleicht in Marokko zu verbringen. Deshalb ging es auf Landstraßen durch Frankreich, um uns die Mautgebühren auf den Autobahnen zu sparen.

Der Start ins Busleben war anstrengend. Es war weder nur romantisch noch ausschließlich ein Gefühl von Freiheit. Eher eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Einerseits spürten wir, wie der selbst auferlegte Druck der vergangenen Monate von uns abfiel. Schließlich waren wir nicht mehr täglich mit dem Ausbau des Busses beschäftigt. Andererseits hieß es jetzt, ein Leben im Bus und unterwegs zu gestalten.

Zu Beginn waren die Tage gefüllt mit Autofahrten, Wasserkanister auffüllen, Zugang zum WLAN finden, Schlafplatz suchen, Einkaufen, Kochen, Tisch auf- und abbauen, hin und wieder eine Dusche finden und Routen planen.

Wir mussten das Busleben erstmal kennenlernen. Außerdem begriffen wir, dass der Lebensstil hier langsamer ist. Man braucht zum Beispiel für die täglichen Hausarbeiten auf kleinem Raum mehr Zeit.

Mittlerweile sind wir einen Monat unterwegs. Wir waren in Valencia und haben in der Region eine schöne Gegend bei Peñíscola entdeckt. Zwei Wochen lang haben wir dann ungeplant den Nationalpark Cabo de Gata in Andalusien erkundet. Von hier aus geht es nun weiter in den Süden. Dort bekommen wir das erste Mal Besuch.

Mit der Zeit haben sich Routinen entwickelt: Wir wissen, wo wir den Wasserkanister auffüllen können, wo es gute Schlafplätze gibt, haben uns an das kalte Meerwasser gewöhnt und sind ein gutes Team im Auf- und Abbauen des Betts geworden. In wenigen Minuten können wir den Bus von einer Küche zum Schlafzimmer umfunktionieren.

Dazu kommen ein paar Regeln, die wir aufgestellt haben: Bevor man eine neue Sache anfängt, werden nicht mehr benötigte Dinge aufgeräumt. Das bedarf Disziplin, aber wenn man sich daran hält, wird man mit weniger Chaos belohnt. Das Bett machen wir unter der Woche vor 8 Uhr - egal, ob es draußen kalt ist, denn nur so kann der Tag produktiv beginnen. Einen Schlafplatz suchen wir auch nicht im Dunkeln, sondern spätestens in der Dämmerung.

Das Leben unterwegs und im Bus macht mir viel Spaß. Wir haben nie zuvor so viele Sonnenaufgänge, Sterne am Himmel und Sternschnuppen beobachtet - aus dem Bett heraus. Wir haben jetzt mehr Zeit für Dinge, die uns wichtig sind. Und das, obwohl die Tage wie im Flug vergehen. Wir verbringen viel Zeit in der Natur und genießen die Sonne.

Unsere Sehnsucht, mehr von der Welt zu sehen und freier zu sein, hat sich erfüllt. Daneben haben wir die Chance, an eigenen Projekten zu arbeiten. Außerdem haben wir unser neues Zuhause immer dabei - und einen guten Ausblick: auf den endlos großen Garten vor unserem Bus.

Quelle: RP
 
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