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Hückeswagen
Hückeswagener spielt bei WM in Waterloo

Hückeswagen: Hückeswagener spielt bei WM in Waterloo
Johannes Kisseler trainiert derzeit für eine spezielle Weltmeisterschaft: Im August, zum 200. Jahrestag der berühmten Schlacht, geht er im belgischen Waterloo an den Start der "Stratego"-WM. FOTO: hertgen
Hückeswagen. Johannes Kisseler wird vom 20. bis 23. August im belgischen Waterloo zum 200. Jahrestag der letzten Schlacht Napoleon Bonapartes an der "Stratego"-Weltmeisterschaft teilnehmen. Sechs Stunden pro Woche trainiert der 52-Jährige dafür. Von Wolfgang Weitzdörfer

In Johannes Kisselers Kindheit sind dem Brettspiel "Stratego" einige Nächte zum Opfer gefallen: Der heute 52-jährige Hückeswagener hat das Brettspiel aus dem Jumbo-Verlag als Zwölfjähriger über seinen Vetter kennengelernt. Damals, in den Osterferien vor 40 Jahren, war "Stratego" der Zeitvertreib schlechthin für den jungen Hückeswagener und seinen Cousin.

Es war allerdings eine zunächst eher kurzlebige Liebe: "Ich habe keine einzige Partie gewonnen", erzählt Kisseler schmunzelnd. Daraufhin verschwand das Strategiespiel in der Versenkung - bis sich der System-Administrator vor drei Jahren im Internet schlau machte, dass "Stratego" auch heute noch eine große Fangemeinde und sogar einen deutschlandweit aktiven Verein hat. "In Wuppertal gibt es seit gut 15 Jahren eine jährliche Meisterschaft ", erzählt Kisseler.

"Stratego" wird zu zweit gespielt. Jeder der beiden Spieler hat 40 Spielfiguren, darunter eine Flagge, die es zu erbeuten gilt. "Es ist zu einem großen Teil ein Glücksspiel", sagt Kisseler. "Aber natürlich gehört, dem Titel gerecht, eine Menge Strategie dazu. Wie stelle ich meine Figuren auf - und vor allem: Wo positioniere ich meine Flagge?"

Eine Partie dauert etwa eine Stunde, zwischen den Zügen der Gegner läuft eine Uhr, denn jeder hat nur eine bestimmte Zeit pro Zug. Analog zum bekannten "Schiffe versenken" werden die Figuren für den Gegner unsichtbar aufgestellt, was auch den Unterschied zum verwandten Schach ausmacht: "Es ist abwechslungsreicher als Schach, aber absolut kein beruhigendes Spiel", sagt der 52-Jährige. "Wenn die Uhr tickt, stehe ich oft kurz vorm Herzinfarkt. Bei meinem ersten Turnier habe ich gegen einen Gegner auf Remis gespielt, das war alles andere als beruhigend", erinnert sich Kisseler, der seit vielen Jahren bei den Schachfreunden Hückeswagen engagiert ist und beide Spiele gerne spielt. Für das "Stratego"-Training nutzt er den PC, etwa sechs Stunden pro Woche widmet er seinem Hobby.

Zum 200. Gedenktag der Schlacht von Waterloo, bei der Napoleon Bonaparte in der flämischen Provinz mit seiner letzten und vernichtenden Niederlage gegen die von General Wellington geführten alliierten Truppen sein persönliches Ende und das des französischen Kaiserreichs gleich mit einleitete, trifft sich die internationale "Stratego"-Spielergemeinschaft im belgischen Örtchen 15 Kilometer südlich von Brüssel zur Weltmeisterschaft.

"Stratego" ist im Übrigen keineswegs das einzige Brettspiel, dem seine Fans entsprechende Plattformen geschaffen haben, wie der 52-Jährige lachend erzählt: "Es gibt sogar für Malefiz Meisterschaften."

Für die nächste Deutsche "Stratego"-Meisterschaft, die für November terminiert ist, könnte die Schloss-Stadt eine durchaus tragende Rolle spielen: "Es gibt Überlegungen, sie in Hückeswagen auszurichten. Es fehlt nur noch eine geeignete Lokalität", sagt Kisseler. "Der Verein fände das prima, da der bislang geplante Veranstaltungsort Frankfurt ausfällt." Kisseler ist momentan in Gesprächen, um einen Kooperationspartner zu finden.

Aber zunächst steht die Weltmeisterschaft an. Mit einem Teilnehmer aus Hückeswagen.

Quelle: RP
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