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Hückeswagen
Hundertwasser-Ausstellung in Rade

Hückeswagen. Die Rader Wirtschaftsförderungsgesellschaft präsentiert derzeit im Gewerbepark Bartels eine Ausstellung mit Werken des berühmten Künstlers. Im Mittelpunkt steht das grafische Werk. Besucher sollen einen "Rundumeindruck" erhalten. Von Joachim Rüttgen

Ein 40-Tonnen-Lkw transportierte jetzt die große Ausstellung über den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser nach Radevormwald-Dahlerau. Die Werke des weltberühmten Künstlers sind inzwischen aufgehängt. "Wir wollen einen Rundumeindruck über das Werk von Hundertwasser vermitteln", sagt Ausstellungsorganisatorin Kerstin Rupin-Friedrichs.

Das Ambiente im Gebäude sei einzigartig. "Hier können wir aus verschiedenen Aspekten aus dem Leben von Hundertwasser einen chronologischen Gesamtüberblick geben", sagte sie. Herzstück auf einer Fläche von 400 Quadratmetern ist das grafische Werk von Hundertwasser aus den Jahren 1951 bis 1999. "Wir wollen zeigen, wie er sich entwickelt hat", sagt Kerstin Rupin-Friedrichs. Der Betrachter merkt schnell, dass es bei Hundertwasser stets blinken und glitzern musste.

Hundertwasser sei es wichtig gewesen, Kunst für Jedermann zugänglich zu machen. Das erkläre auch die hohe Anzahl der Auflagen seiner Werke. "Hundertwasser wollte eine erschwingliche Kunst, achtete aber darauf, möglichst viele Farbvariationen einzubauen", sagt sie. Die Serie "Good morning City", von der Probedrucke in sechs Geschäften in Rade hängen, gebe es in einer Auflage von 10 000, aber 80 Farbvariationen. Den Höhepunkt bildet das Werk "Homo humus" - Auflage: 10 001, aber in 10 000 verschiedenen Farbkompositionen. "Somit sind die Grafiken von Hundertwasser immer Unikate, alles Originale, aber auch Vervielfältigung", erläutert Kerstin Rupin-Friedrichs.

Im grafischen Bereich präsentiert die Ausstellung etwa 80 Werke, außerdem didaktisches Material wie das Briefmarkenouvré oder wie das Hundertwasserhaus in Wien entstanden ist. Auch das politische Engagement des Künstlers spielt eine Rolle. Hundertwasser setzte sich für Amnesty International ein und fertigte Plakate für den Umweltschutz. "Natürlich glitzernd, bunt und schreiend", sagte die Ausstellungskoordinatorin. Auch eine von Hundertwasser kreierte Fahne für die Ureinwohner Neuseelands ist zu sehen - darauf das Symbol eines sich entfaltenden Farns. Zeitungsausschnitte über die berühmte "Nacktrede" fehlen ebenso wenig wie Privatfotos auch aus der Kinderzeit.

Auf der gleichen Etage hat die WFG zusätzliche Räume bestückt - in einem Filmraum läuft eine Dokumentation von Peter Schamoni über Hundertwasser, es gibt Tische zum Malen für Kinder und ab dem 30. August Workshops für Mädchen und Jungen, die die Rader Kommunikations-Designerin Ursula Lauterjung leitet ( Tel. 0176 49309106, E-Mail: info@ula-desing.de).

Auch das asiatische Museum in Sieplenbusch mit Galerist Peter Hardt hat einen Raum gestaltet, außerdem werden vier Exponate von Bismarck-Rädern aus der Ausstellung im Ladenlokal am Schlossmacherplatz ausgestellt - "alles wichtige Projekte für Rade, für die wir gerne werben wollen", sagte Hartmut Behrensmeier von der WFG. Touristisch sei die Ausstellung wichtig für Rade. Deshalb werde auch die Kooperation mit dem Wülfingmuseum verstärkt, "vielleicht verlängern sich dort im Zuge der Ausstellung auch die Öffnungszeiten", sagt Michael Langenau.

Behrensmeier betont, dass die WFG 250 Schulen angeschrieben habe, um Werbung für die Ausstellung zu machen, außerdem wurden 5000 Flyer gedruckt. Die sind mittlerweile vergriffen, 2000 bis 3000 Stück werden nachgedruckt.

Bislang sind mehr als ein Dutzend Sonderführungen angemeldet. Besonderheit: Kasse, Shop und Führungen werden von Menschen aus Rade betreut, die sich freiwillig gemeldet haben und - geringfügig beschäftigt - von der Galerie bezahlt werden. "Eine festangestellte Kraft übernimmt Shop und Kasse, hinzu kommen Wochenendkräfte und drei Personen für die Führungen. Wir haben sie mit einem dicken Ordner, Literatur und Exponatenliste ausgestattet, die sie sechs Wochen studiert haben", berichtet Kerstin Rupin-Friedrichs.

Die Vermieter Uwe und Christian Bartels sind zufrieden: "So wird die Wupper belebt. Wir wünschen uns, dass der Bereich bekannter und vielleicht auch interessant für weitere Mieter wird", sagt Christian Bartels.

Quelle: RP
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