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Hückeswagen
Im Tunnel leben Fledermäuse

Hückeswagen. Jetzt ist es amtlich: Im Höhsieper Tunnel leben mehrere Fledermausarten. Das hat eine Gutachterin im Auftrag des Kreisumweltamts festgestellt. Bei der Stadt hofft man, dass der Radweg dennoch durch den Tunnel führen wird. Von Stephan Büllesbach

Wozu SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann nicht befugt gewesen war und sich – weil er trotzdem unerlaubterweise auf Fledermaus-Forschung im Höhsieper Tunnel gegangen war – einen Rüffel vom Kreis abgeholt hatte, durfte jetzt eine Gutachterin. Die Leverkusener Diplom-Biologin hat bei regelmäßigen monatlichen Untersuchungen mit Hilfe einer bioakustischen Erfassung (Ultraschall) festgestellt, dass dort unter anderem Bart- und Wassserfledermäuse sowie Langohren leben. Das teilte gestern Bauamtsleiter Andreas Schröder auf BM-Anfrage mit. Kopien des Gutachtens hat der Kreis inzwischen an die Städte Hückeswagen und Wipperfürth geschickt; in der Verwaltung der Nachbarstadt wird der Bau des Radwegs koordiniert. Trotz des Gutachtens steht aber noch nicht fest, ob der Radweg durch den Tunnel führen und wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.

Teuer wird's auf jeden Fall

Die alte Bahntrasse, auf der der neue Radweg in Richtung Bergisch Born gebaut werden soll, führt durch den Höhsieper Tunnel. Da dort Fledermäuse hausen, werden Tunnel-Sanierung und Radweg richtig teuer – egal, welcher Lösung der Kreis letzten Endes zustimmt. Wird der Tunnel für Radler und Fußgänger gesperrt, müssen eine Umfahrung zwischen Erlensterz und Brasshagen sowie eine Überquerungshilfe auf der viel befahrenen K 2 her. Sollte der Tunnel aber für den Radweg geöffnet werden, dann nur, wenn die Stadt einen geeigneten Fledermaus-Schutz garantieren kann.

An eben diesem wird zurzeit gearbeitet. "Der Kreis sitzt dabei mit im Boot", sagte Schröder. Wie dieser Schutz aussehen wird, wollte er gestern noch nicht sagen. Er müsse aber so gestaltet sein, dass die Fledermäuse während ihres Winterschlafs weder durch Licht noch durch Lärm gestört würden. Im Herbst war im Bau- und Verkehrsausschuss über den Einbau einer (teuren) Zwischendecke, damit die Fledermäuse im Tunnel einen Rückzugsraum finden, diskutiert worden.

Das Ziel der Städte Hückeswagen und Wipperfürth ist es laut Schröder weiterhin, dass mit dem Bau des Radwegs noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Doch auch das ist noch unsicher. Zum einen, weil der Kreis noch den Fledermaus-Schutz absegnen muss. Zum anderen, weil Hückeswagen noch keinen genehmigten Haushalt hat.

Baubeginn steht in den Sternen

"Es wird auf jeden Fall eng", stellte der Bauamtsleiter klar. Frühestens Anfang Mai könne der Haushalt vom Rat "abgesegnet" werden. Danach muss er aber noch von der Kommunalaufsicht genehmigt werden. Da der Radweg durch den Tunnel aber wegen des Schutzes der Fledermäuse nur zwischen April und September gebaut werden darf, steht ein Baubeginn in 2011 noch in den Sternen.

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Quelle: RP
 
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