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Ehrenamt Trägerverein Kultur-Haus Zach
Immer ein Lächeln für die Besucher

Ehrenamt Trägerverein Kultur-Haus Zach: Immer ein Lächeln für die Besucher
Auch Kasse und Kiosk müssen im Kultur-Haus Zach besetzt sein - Ursula Herrmann kümmert sich darum. FOTO: Weitzdörfer
Hückeswagen. Die Ehrenamtler sind in Hückeswagen zu unverzichtbaren Partnern geworden, ohne die mitunter nichts oder nur wenig geht. Unsere Zeitung stellt einige exemplarisch für viele vor. Heute: Ursula Herrmann (79) vom Kultur-Haus Zach vor. Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen Jedem Besucher im Kultur-Haus Zach sind sie schon aufgefallen. Sei es, weil sie bei ihnen die Eintrittskarten gelöst oder weil sie in der Pause oder vor der Veranstaltung ein Getränk oder ein paar Erdnüsse gekauft haben: die ehrenamtlich tätigen Damen aus dem Verein. Eine davon ist Ursula Herrmann, die seit einigen Jahren immer wieder abends oder nachmittags Dienst hat und den Besuchern nicht nur eines oder mehrere Getränke verkauft, sondern auch ein Lächeln schenkt.

"Der Kontakt kam zustande, weil ich seinerzeit Interesse hatte, im Kultur-Haus meine Teddys und Plüschtiere auszustellen", erzählt die 79-Jährige. Da sie die anderen Mitglieder im Trägerverein direkt sympathisch gefunden hatte, war sie Mitglied geworden: "Seitdem bin ich da", sagt Ursula Herrmann lachend. Das Ehrenamt ist für sie nichts Neues: "Ich habe 27 Jahre lang Kinder zur Kur begleitet: vom Norden bis in den Süden, von Binz bis nach Bayern", sagt sie.

Die Begleitkosten wurden dann irgendwann von den Krankenkassen nicht mehr übernommen, so dass sie dieses Ehrenamt aufgeben musste. Dafür war die 79-Jährige, die Ende des Jahres mit ihrem Ehemann die Diamantene Hochzeit feiert, dann einige Jahre im Handarbeitskreis im Johannesstift aktiv, hat genäht und andere Handarbeiten für die Basare im Altenheim hergestellt. "Da bin ich aber heute nicht mehr", sagt sie. "Dann habe ich mich eben umgesehen, was ich sonst so ehrenamtlich machen könnte.

" So ist sie auf das Kultur-Haus mit seinen vielen Veranstaltungen aufmerksam geworden. Dort sitzt die Hückeswagenerin zumeist hinter der Theke, und wenn sie keine Getränke und Snacks verkaufen muss, strickt sie Strümpfe: "Das finden meine Kollegen immer sehr lustig. Wenn ich mal ausnahmsweise kein Strickwerk dabei habe, frotzeln sie schon: Na, hast Du heute keine Wolle mit?" Aber schließlich brauche es ja seine Zeit, bis so ein Paar Socken fertig sei.

Verkauft wird das dann beim Weihnachtsbasar im Kultur-Haus Zach. "Und mit nur einem Paar fange ich da natürlich gar nicht erst an", sagt Ursula Herrmann schmunzelnd. In den vergangenen Jahren hat die 79-Jährige schon einige lustige und schöne Abende im Kultur-Haus verbracht. "Es gab mal einen Gast, der seine Getränke immer mit Cents bezahlt hat. Das war schon ulkig", erinnert sie sich. Auch die Künstler haben ihr größtenteils gut gefallen: "Der Tenor Johannes Groß war ja schon einige Male bei uns - der ist immer besonders toll.

Und auch die Orgelkonzerte mit Claudia Hirschfeld habe ich nur in guter Erinnerung", sagt Herrmann. Schlimm sei es für die Künstler nur, wenn kein Publikum komme. "Das ist dann schon peinlich. Wie damals, als der Roger-Whittaker-Imitator vor gerade mal drei Besuchern auftreten musste." Diese Zeiten seien zum Glück weitgehend vorbei und die Veranstaltungen im Kultur-Haus häufig sogar richtig gut besucht. Mit fast 80 Jahren könnte sie es eigentlich ruhig angehen lassen.

Aber für Ursula Herrmann kommt Nichtstun nicht in die Tüte: "Man sollte sich im Alter beschäftigen, das hält jung. Einfach nur sinnlos herumzusitzen ist nicht gut", ist die 79-Jährige überzeugt. Und das richtige Ehrenamt würde einem ja auch jede Menge Spaß bringen. Aber auch die soziale Bedeutung ist für die Hückeswagenerin wichtig: "Ohne Ehrenamt funktioniert doch unsere Gesellschaft nicht."

Quelle: RP
 
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