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Hückeswagen
In der Kühle lässt es sich gut arbeiten

Hückeswagen: In der Kühle lässt es sich gut arbeiten
Einen der wohl angenehmsten Arbeitsplätze dürften Giuseppe Inturrisi und Tanja Zolli jetzt im Sommer haben, wenn sie in der Eisküche die diversen Sorten für das Eiscafé Friuli am Bahnhofsplatz herstellen. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Das Wetter ist sommerlich, doch nicht überall in Hückeswagen wird bei der Arbeit geschwitzt. Vor allem in Eisküchen, Fassbierlagern oder Kühlkammern lässt es sich bei Außentemperaturen von mehr als 25 Grad aushalten. Eine Rundfahrt. Von Jan Dobrick und Delal Tugcu

Eiscafé Friuli (Eisküche, plus 18 Grad) - Tanja Zolli hat einen Ventilator auf die Tiefkühltruhe gestellt. Einige Rollläden sind unten, damit es im Eiscafé nicht noch wärmer wird. Etwa 30 Grad sind es im Sommer hinter der Theke. "Da, wo Kälte produziert wird, geben die Kompressoren auch Wärme ab", erläutert die 45-jährige Inhaberin des Eiscafés am Bahnhofsplatz. Bedeutet: Der heißeste Platz im Eisladen ist hinter der Kühltheke.

Frischer ist es im Keller des Cafés, zwei Etagen tiefer, in der fensterlosen Eisküche: 18 Grad sind es hier. Bis zu 24 verschiedene Sorten - etwa 80 Liter - stellt Giuseppe Inturrisi am Tag her. Der 40-Jährige trägt Jeans und Polo-Hemd, gerät in der Eisküche aber trotzdem nicht ins Schwitzen. Gerade holt er Stracciatella (minus neun Grad) aus der Maschine. Ein Schockfroster kühlt das Eis weitere fünf Grad herunter - perfekt für die Theke, hinter der Tanja Zolli steht. "Ich arbeite gerne im Eiskeller", betont Inturrisi. "Tauschen will ich nicht."

Getränke Lorse (Fassbier-Lager, plus 7 Grad) - An heißen Tagen sollte man viel trinken. Für die Mitarbeiter von Stefan Lorse (51) ist das kein Problem: Getränke sind auf dem Gelände an der Industriestraße reichlich vorhanden. Wer hier vor der Sonne flüchten will, kann mit dem Gabelstapler eine Runde durch das etwa 260 Quadratmeter große Fassbierlager drehen: Auf sieben Grad ist der Raum heruntergekühlt, in dem zur Hochsaison 1200 Hektoliter Bier gelagert werden. "Wenn die Jungs zwischen Hof und Fassbierlager hin- und herfahren, ist das Erkältungsrisiko natürlich hoch", sagt Lorse. "Darum sollen sie sich eine Weste über das T-Shirt ziehen, wenn sie in den Kühlraum müssen."

Tiefkühlservice Steger (Kühlkammer, minus 20 Grad) - Wenn sich Inhaber Martin Steger im Sommer erfrischen möchte, braucht er in Hämmern nur von seinem Büro unter dem aufgeheizten Hallendach über eine Treppe in die Kühlkammer zu gehen und sich zwischen die Eiscreme und das Tiefkühlgemüse hocken. "Für ein paar Minuten ist das ganz angenehm, danach wird es aber ziemlich schnell ziemlich kalt", sagt der 43-Jährige. Sein Lagerist, der die Ware kommissioniert, trägt darum und trotz Außentemperaturen von fast 30 Grad einen blauen Schutzanzug mit Fellkragen, dicke Handschuhe und eine Mütze mit Ohrenschützern. 15 bis 20 Mal pro Tag muss er in die rund 120 Quadratmeter große Kühlkammer, maximal aber 45 Minuten am Stück. "Im Winter beschwert er sich manchmal über die Temperaturen, im Sommer habe ich ihn noch nie jammern gehört", sagt Steger.

Meister Blumberg's Fleischwaren (Kühlraum, minus 26 Grad) - Thorsten Quabeck (47) trägt ein Feinripp-Unterhemd, darüber ein Shirt, zwei (!) Rollkragenpullover aus Baumwolle und einen Kittel, als er die Kühlkammer betritt, die er als "kältesten Ort der Stadt" vorstellt. Es riecht nach Schweinshaxen und Frikadellen. Eiszapfen hängen von der Decke in den Raum, in dem bei minus 26 Grad Fleisch und Fisch gelagert wird. "An manchen Tagen beträgt die Differenz zur Außentemperatur um die 60 Grad", sagt der Betriebsleiter.

Maximal 30 Minuten lang wird in dem kältesten der acht Kühlräume gearbeitet. Die Arbeiter tragen spezielle Schutzkleidung - unter anderem Steppwesten und Fußwärmer. Besonders heiß ist es dagegen an den Kochkesseln, also da, wo die Würstchen gebrüht werden, die anschließend zum Herunterkühlen eine Dusche bekommen. Quabeck: "Es fühlt sich an, als würde man in einer Dampfsauna arbeiten."

Quelle: RP
 
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