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Hückeswagen
Informativer Abend für Krimifans

Hückeswagen. "Kriminell" wurde es in der Stadtbibliothek: Vier Autoren stellten am Freitagabend bei der 14. Krimi-Nacht vor handverlesenem Publikum jeweils ein Buch vor, das im weitesten Sinne aus dem Bereich der Kriminalliteratur kam. Dr. Rainer Hartmann, Vorsitzender des Freundeskreises der Stadtbibliothek, wollte selbst eigentlich auch vorlesen, war aber erkältungsbedingt stimmlich stark angeschlagen und wandte sich daher nur kurz zur Begrüßung an die Besucher: "Es ist zwar schade, dass wir heute nur so wenige Krimiliebhaber sind. Aber es ist dennoch wichtig, dass wir die Bedeutung der Stadtbibliothek für Hückeswagen mit Veranstaltungen wie der Krimi-Nacht herausstellen." Die Schloss-Stadt wäre ohne die Bibliothek sehr viel ärmer. Von Wolfgang Weitzdörfer

Den Anfang der Leserunde machte Dr. Axel Bornkessel, der sich einen Roman aus der Jack-Reacher-Serie des US-Autors Lee Childs ausgesucht hatte. "Die Romane sind typisch amerikanisch geschrieben - straighte Thriller, die zu lesen sehr viel Freude bereitet", sagte Bornkessel. Der Roman "Der Anhalter" spielt zu einem großen Teil in einem Auto. Bornkessel bezeichnete das Buch als "Roadkrimi" und damit als literarisches Gegenstück zum "Roadmovie". Sein unterhaltsamer Vortrag machte Lust auf diesen spannend und gut zu lesenden Roman.

Ebenfalls aus den USA kommt Karin Slaughter, deren Buch "Verstummt" sich Christine Bütow zur Vorstellung ausgesucht hatte. Der Roman sei enorm spannend, aber auch gewalttätig. "Aber die Gewalt steht nicht als solche im Mittelpunkt, sondern dient der Geschichte", betonte sie. Karin Slaughter fackele nicht lange, sondern komme sehr schnell auf den Punkt: "Allerdings kommt die Sprache manchmal schon aus der untersten Schublade", fügte Bütow an, ehe sie mehrere Stellen aus der Geschichte der komplexen Hatz nach einem krankhaften Serientäter vorlas.

Das Publikum war mit der Auswahl zufrieden. Wie Heike Fink, die zwar keine der beiden Autoren kannte, aber vor allem an "Der Anhalter" interessiert war. Ihr Mann Horst Fink sah das ähnlich: "Beim ersten Buch habe ich Lust bekommen, es selbst zu lesen. Der Vortrag hat mich neugierig gemacht!"

Etwas zahmer kam der dritte Beitrag daher. Veronika Hartmann las eine Geschichte aus dem Sammelband "Alle Küsschen!" von Roald Dahl vor - typisch britisch und ein wenig schwarzhumorig, was beim Publikum gut ankam: "Wenn ich Krimis lese, dann dürfen die nicht zu blutrünstig sein", sagte Hartmann schmunzelnd.

Abschließend stellte Wolfgang Hunger den Roman "Mord im Herbst" des vor einem Jahr verstorbenen schwedischen Autors Henning Mankell vor. "Ich bin ein großer Freund von Mankells Büchern, habe sie alle verschlungen", sagte Hunger. Er hoffte, dass es seinen Zuhörern ähnlich ergehen würde. "Mord im Herbst" ist ein Buch aus der Reihe der Kurt-Wallander-Romane, mit denen Mankell Weltruhm erlangt hatte.

Quelle: RP
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