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Hückeswagen
Internationale Klassen gehen an den Start

Hückeswagen: Internationale Klassen gehen an den Start
In einigen Kommunen gibt es bereits Flüchtlingsklassen - wie am Ratinger Bonhoeffer-Gymnasium. Dort lernen die Jugendlichen vor allem Deutsch. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Hückeswagen. Mit dem Start des zweiten Schulhalbjahrs am kommenden Montag werden an der Montanusschule auch zwei Klassen ausschließlich mit jungen Flüchtlingen gebildet. In denen erhalten sie jeden Tag zwei Stunden Deutschunterricht. Von Stephan Büllesbach

Jeder Experte bestätigt, dass die Integration der Flüchtlinge nur über die Sprache funktionieren kann. Wer sich nicht auf Deutsch verständigt, wird auch kein Teil der Gesellschaft werden. Deshalb setzt die Montanusschule nun darauf, ihre Schüler etwa aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak nicht nur Mathematik, Physik und Erdkunde beizubringen, sondern in erster Linie Deutsch. "Wir starten jetzt mit unseren beiden Vorbereitungsklassen", berichtet Schulleiter Gerd Püschel. Darauf hatte er lange warten müssen.

Bei dem Unterricht in den internationalen Klassen geht es vorrangig darum, den Schülerinnen und Schülern die deutsche Sprache beizubringen, so dass sie in die Lage versetzt werden, dem regulären Schulunterricht zu folgen. Im November hatte der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadt, Michael Kirch, im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt: "Es ist das Ziel, Kinder und Jugendliche nach dieser Vorbereitungszeit in den Regelklassen zu integrieren."

Das setze jedoch ausreichende Sprachkenntnisse voraus. Die meisten Flüchtlingskinder, die derzeit in Hückeswagen leben, sprechen hingegen kein oder kaum Deutsch. Der Bedarf für eine internationale Klasse ist also gegeben und wächst von Woche zu Woche weiter. Vor knapp drei Monaten waren es 15 Flüchtlingskinder, die an der Hauptschule unterrichtet wurden, inzwischen sind's 19 (s. Kasten).

Die werden auf die beiden neu eingerichtete Klassen aufgeteilt. In die erste Klasse kommen die Jugendlichen, die keine Sprachkenntnisse haben. Sie erhalten von montags bis freitags durch ausgebildete Deutschlehrer jeweils zwei Stunden Deutschunterricht, also zehn Stunden pro Woche. "Die übrige Zeit besuchen sie den Unterricht ihrer jeweiligen Heimatklasse, wie wir die Basisklasse nennen", erläuterte Püschel. Das sind die Klassen 5 bis 9.

In der zweiten Klasse sind Schüler, die schon besser Deutsch sprechen und verstehen können. Dort hinein wechseln auch die aus der ersten Klasse, die entsprechende Fortschritte machen. "Wir nehmen bei ihnen auch eine Leistungsbewertung vor, etwa Rückmeldungen zum Sprachniveau", sagte der Schulleiter. Zudem bekämen die Flüchtlingskinder Zeugnisnoten wie alle anderen Schüler auch. Die Kinder aus der zweiten Vorbereitungsklasse sollen dann nach und nach, je nach Sprachstand, ganz in ihre jeweilige Heimatklasse wechseln. Wenn's machbar ist, sollen beide Vorbereitungsklassen in etwa gleich groß sein.

Für die Flüchtlingsklassen hat die Montanusschule von der Bezirksregierung zwei Lehrer zugewiesen bekommen, die zusammen laut Püschel eine Zweidrittel-Stelle besetzen. Der Kölner Behörde stellte er zudem ein dickes Lob aus. "In diesem Halbjahr ist durch Krankheit von Kollegen leider viel Unterricht ausgefallen. Doch jetzt sind wir wieder gut besetzt, so dass wir unsere ganze Bandbreite anbieten können", berichtete er. Bezirksregierung und das Schulamt des Oberbergischen Kreises hätten dafür gesorgt, dass ganz schnell zwei Stellen ausgeschrieben werden konnten. Zudem sei zumindest bis zum Sommer ein Kollege an die Hückeswagener Hauptschule abgeordnet worden.

Quelle: RP
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