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Hückeswagen
Islandtafel muss sich 2017 neu aufstellen

Hückeswagen: Islandtafel muss sich 2017 neu aufstellen
Johannes Stummvoll soll das Konzept im Jugendcafé optimieren und neue Angebote entwickeln. Dieter und Gertrud Rauer wollen sich Ende des Jahres zurückziehen. Sie suchen dringend geeignete Nachfolger. FOTO: nico hertgen (archiv)
Hückeswagen. Einschneidende personelle Veränderungen: Ende des Jahres gibt Dieter Rauer den Vorsitz für den Verein "Christliche Islandtafel" ab. Auch seine Frau Gertrud und der Kassierer Friedel Walder hören auf. Die Suche nach Nachfolgern läuft. Von Joachim Rüttgen

Dieter Rauer ist optimistisch, dass es die Islandtafel auch 2017 geben wird. Dennoch stehen einschneidende personelle Veränderungen an. Denn der Vorsitzende des Vereins "Christliche Islandtafel" will Ende des Jahres ebenso aus der Arbeit aussteigen wie seine Frau Gertrud und Kassierer Friedel Walder. "Die Gründe sind vielschichtig, und wir merken, an die Grenzen unserer Kräfte zu kommen", sagt er. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern laufe. "Wir sprechen Leute an, haben aber noch niemanden", sagt der Vorsitzende.

Während der Vereinssitzung zog Rauer ein positives Fazit für 2015. Zurzeit zählt der Verein 36 Mitglieder. Im vergangenen Jahr habe es wieder viele, teils auch überraschende, Spenden gegeben. "Der Dank gilt den Mitarbeitern in Suppenküche, Kleiderkammer, Gebrauchtmöbellager und Jugendcafé", sagt Rauer. Dank der guten finanziellen Situation und insbesondere durch die Spenden der Gäste für Verpflegung, Erlöse aus der Kleiderkammer, Spenden von Bürgern, der Kirchen und Freikirchen, Sonderspenden und durch das Gebrauchtmöbellager habe der Verein zwei Mitarbeiterinnen fürs Jugendcafé und einen für die Suppenküche auf Honorarbasis anstellen können.

"Wir sind froh, Bedürftigen finanziell eine geringfügige Unterstützung gewähren zu können. Durch eine Gesetzesänderung sind wir jedoch verpflichtet, geringfügig Sozialabgaben zu tätigen, die den Gesamthaushalt mehr als bisher belasten. Die zusätzlichen Kosten konnten wir durch Spenden kompensieren." Durch ständige Gesetzesänderungen sei es dem Verein nicht mehr möglich, im Alleingang allen Anforderungen gerecht zu werden, was die Sozialabgaben wie auch die der Knappschaft und der Berufsgenossenschaft betreffen. "Deshalb arbeiten wir mit einem Steuerberater zusammen, was nicht kostenlos erfolgt", berichtet Rauer.

Positiv seien die Gottesdienste angenommen worden. "Christliche Werte konnten wir vermitteln. Menschen finden zum lebendigen Glauben an Gott", sagt Rauer. Das sei das Ziel der Arbeit, die sich immer häufiger auch um Rechtsberatung für die Gäste dreht. "Immer mehr Menschen geraten in einen rechtsfreien Raum und sind der Willkür gesetzlicher Abhängigkeiten ausgesetzt. So sehr Rechtsberatung gefordert ist, so wenig sind wir in der Lage, die Hilfe leisten zu können. Deshalb verweisen wir auf rechtsanwaltliche Unterstützung", sagt Rauer. Hilfe sei notwendig, so stelle sich der Verein dieser Herausforderung, um Beistand bei Gerichtsterminen, Terminen bei Rechtsanwälten, beim Schriftverkehr oder bei Telefonaten mit Rechtsanwälten zu geben. 2015 nahm der Verein vier Gerichtstermine und acht Termine mit Rechtsanwälten wahr. "Auch als Zeugen wurden wir geladen und konnten dadurch jemanden vorm Gefängnis bewahren", berichtet Rauer. In der Vergangenheit konnte der Verein auch zwei Personen einen Arbeitsplatz anbieten, die vom Gericht Sozialstunden verordnet bekamen, um damit einer Gefängnisstrafe zu entkommen.

Positiv ist das Fazit in der Kleiderkammer: Sie wird bestens angenommen. "Insbesondere durch die Flüchtlinge ist die Frequenz sehr hoch, außerdem ergibt sich dadurch eine sehr gute Einnahmequelle", sagt Rauer. Die Arbeit im Gebrauchtmöbellager nehme langsam, aber stetig zu.

Dem Vorsitzenden ist es wichtig, dass sich die Arbeit der Islandtafel künftig noch mehr an den Menschen orientiert. "Sie sollen profitieren und für das Evangelium gewonnen werden. Ihnen sollen christliche Werte vermittelt werden", wünscht sich Rauer. Er strebe an, den bestehenden hohen Standard zu erhalten. "Besonders die einzelnen Arbeitsbereiche wollen wir so konzipieren, dass sie so selbstständig und unabhängig wie möglich und nötig arbeiten können", sagt Rauer.

Quelle: RP
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