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Hückeswagen
Jugendamt kümmert sich um junge Geflüchtete

Hückeswagen: Jugendamt kümmert sich um junge Geflüchtete
Mamadou Alimou-Barry floh aus Guinea. Der 17-Jährige wird nun von der Gotteshütte in einer Hückeswagener Wohngruppe betreut. FOTO: büba (Archiv)
Hückeswagen. Aktuell leben im Oberbergischen Kreis 98 Jugendliche und junge Ewachsene, die sich ganz alleine auf die lange Flucht aus ihrem Heimatland nach Europa gemacht haben. Zuständig für die Unterbringung und Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist das Kreisjugendamt, das dabei mit freien Trägern der Jugendhilfe zusammenarbeitet. Ein Partner der Behörde, der auch Wohnplätze in seinen Einrichtungen zur Verfügung stellt, ist das Jugend- und Sozialwerk Gotteshütte" mit Sitz in Hückeswagen.

Nicht alle jungen Flüchtlinge sind auch heute noch minderjährig. Das stellte Heinz Thelen als Leiter des Kreisjugendamtes jetzt im Sozialausschuss klar. 56 von ihnen seien zwischen 16 und 18 Jahren alt, 40 älter. Nur zwei Mädchen sind unter den Minderjährigen, die sich ohne Familienangehörige auf den gefährlichen Weg gemacht haben. Die meisten der unbegleiteten Jugendlichen kommen aus Afghanistan, an zweiter Stelle folgt Guinea (Westafrika).

Das Gros der jungen Flüchtlinge, die ohne Familie im Oberbergischen leben, sind in klassischen Heimen für Jugendliche beziehungsweise in Wohneinrichtungen freier Träger untergebracht. Für 27 Jungen wurden Gastfamilien gefunden, auch in Hückeswagen. Einige wenige sind bei entfernten Verwandten, die selbst als Asylbewerber nach Oberberg kamen, untergekommen. Für alle gilt, dass sich das Kreisjugendamt an erster Stelle um Sprachkurse für sie bemüht, außerdem um Schulplätze und/oder die Berufsorientierung beziehungsweise Berufsausbildung. Acht junge Flüchtlinge, die vor längerer Zeit allein nach Oberberg kamen, seien - wie der Leiter des Kreisjugendamtes berichtet - inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr in handwerklichen Berufen.

Vier bis 4,5 Millionen Euro gibt der Kreis jährlich für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus. Diese Kosten werden vom Land komplett erstattet. Hinzu kommt eine pauschale Kostenerstattung für die notwendige Neubesetzung von Stellen in der Behörde. Die Städte und Gemeinden, die über die Umlage das Kreisjugendamt finanzieren, werden durch die Ausgaben für junge Flüchtlinge also nicht zusätzlich belastet.

(bn)
 
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