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Hückeswagen
Jugendfeuer­wehr rettet "Verschütteten"

Hückeswagen: Jugendfeuer­wehr rettet "Verschütteten"
Jeder Handgriff sitzt, die Kommandos kommen kurz und prägnant: Als die Jugendfeuerwehr im Rahmen ihres 24-Stunden-Dienstes am Wochenende in Sohl einen vermeintlich Verschütteten bergen, stellen die Jungen und Mädchen ihr Talent unter Beweis. Sie mussten zudem Brände löschen, einen umgestürzten Baum von einer Straße beseitigen und in der Kläranlage eine vermisste Person suchen. FOTO: Michael Schütz
Hückeswagen. Bei der Dauerübung der Jugendfeuerwehr am Wochenende haben sich die Erwachsenen eine ganze Menge an anspruchsvollen Übungen für den Nachwuchs einfallen lassen. Etwa die Rettung eines Verschütteten. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ein abwechslungsreicher Tag geht für die Jugendfeuerwehr am Sonntagmorgen zu Ende: Einen Tag lang waren die Jungen und Mädchen beim 24-Stunden-Dienst im Einsatz und übten gleich sieben Mal den Ernstfall. Alle zwei Jahre überlegen sich die erwachsenen Kameraden für sie ein abwechslungsreiches Programm, bei dem die Übungen im Mittelpunkt stehen.

So sind die 19 Mädchen und Jungen zwischen elf und 18 Jahren an diesem Samstag unter anderem zu einem Heckenbrand, einer vermissten Person in der Kläranlage, einem umgestürzten Baum auf der Straße, einem Autounfall und einem weiteren Brand geschickt worden. Am Nachmittag müssen sie zu einer (vermeintlich) verschütteten Person ausrücken, die bei der Arbeit in Sol verunglückt ist.

Mit Blaulicht und Sirenen kommt die Feuerwehr kurz nach Eingang der Meldung bei der Leitstelle mit vier Einsatzfahrzeugen an die Unglücksstelle. Nachdem die Situation geklärt ist, gehen die Jugendlichen eifrig und gezielt ans Werk. Aus den Einsatzfahrzeugen werden Schaufeln geholt, dazu der Erste-Hilfe-Koffer und eine Trage. Zusätzlich wird der Rettungsdienst informiert. Ein Kamerad ist vorsorglich dafür abgestellt, den Verschütteten zu beruhigen, sobald er freigelegt ist. Denn er liegt unter Schutt und Steinen begraben.

"Hier liegt eine Person! Bitte vorsichtig graben", lautet die Order der Erwachsenen. Und auch wenn es nur eine simulierte Situation ist, ist den Nachwuchskräften die Anspannung deutlich anzumerken. Es dauert nicht lange, dann ist die verunglückte Person zumindest freigeschaufelt. Sie liegt auf dem Bauch, ist aber nicht ansprechbar. Jetzt muss sie schnellstmöglich geborgen werden. Auch hier sind die Kommandos kurz und effektiv: "Kopf stützen, Vitalfunktionen überprüfen", fordert die Gruppenführerin, als der Verletzte auf die Trage gehoben wird. "Atmung ist noch da, Puls auch, also stabile Seitenlage", kommt schnell die Antwort. Schon heben vier Jugendliche die Trage an und bringen sie samt Verunglückten zum Rettungswagen.

"Vier Wochen dauern die Planungen für die 24-Stunden-Übung ungefähr", berichtet Jugendfeuerwehrleiter Thomas Lemmen. "Im Vorfeld wird von den Betreuern festgelegt, wo wir wann hinfahren, und die Kollegen vor Ort bereiten dann die Übung vor." Lemmen ist zufrieden mit seiner Truppe: "Sie sind alle motiviert und voll bei der Sache. Am Abend sind sie natürlich platt, klar. Sie lernen in den regulären Übungen viel, das können sie dann bei der Dauerübung umsetzen."

Joshua Wendorff ist seit drei Jahren dabei: "Das ist schon echt anspruchsvoll und anstrengend. Aber es macht eine Menge Spaß", versichert der 13-Jährige. Er war auch bei der Übung vor zwei Jahren dabei: "Dieses Jahr ist es aber fast noch besser", ist Joshua überzeugt. Auch die 14-jährige Fabienne Selbach macht ihre zweite Dauerübung mit und findet, dass die Übung in Sol ein Highlight ist: "Wir retten hier eine lebende Person, das ist schon was ganz Besonderes", sagt das Mädchen, das später auf jeden Fall in den regulären Wachdienst eintreten will. Mit solchen Übungen sorgt die Feuerwehr somit auch dafür, dass der Nachwuchs bei der Stange bleibt.

Quelle: RP
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