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Hückeswagen
Jugendliche werden zu Medienbegleitern geschult

Hückeswagen. Unsere Welt wird immer digitaler. Das mache auch vor der Jugend nicht halt, sagte Kreisdezernent Ralf Schmallenbach bei der Vorstellung der Medieninitiative im Engelbert-vom-Berg-Gymnasium in Wipperfürth. "Jugendliche haben ein Urvertrauen in die neuen Medien." Dennoch sei es wichtig, die sich aus der veränderten Medienlandschaft neu ergebenden Anforderungen an die Lebenswelt in Schule und Gesellschaft anzupassen, um jungen Menschen so einen kritischen und konstruktiven Umgang mit digitalen Medien zu ermöglichen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Deshalb sei 2014 kreisweit ein Medienprojekt für Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis neun entwickelt worden: die Medienbegleiter. An 29 der knapp 50 weiterführenden Schulen in Oberberg wurden die Jugendlichen ausgebildet - auch an der Städtischen Realschule und an der Geschwister-Scholl-Schule in Rade sowie am St. Angela-Gymnasium in Wipperfürth.

Finanzielle Unterstützung ist bei einem kreisweiten Projekt dieser Größenordnung unabdingbar. Und so sind alle Beteiligten froh, die Wipperfürther Hans-Hermann-Voss-Stiftung gewonnen zu haben. Johanna Holst aus dem Vorstand betonte: "Das Kuratorium fand sehr gut, dass das Projekt kreisweit angelegt ist, und dass Schüler und Lehrer fortgebildet werden sollen." Und das Thema Wissensvermittlung sei auch Kern des Projekts: In dreitägigen Seminaren würden die Schüler zu Medienbegleitern fortgebildet. "Sie stehen dann ihren jüngeren Mitschülern mit Rat und Tat zur Seite. Auch können sie eigene Medienprojekte umsetzen", sagte Alke Stüber vom Kreis-Bildungsbüro. Am EvB-Gymnasium in Wipperfürth wurden 2016 sechs Schüler weitergebildet - unter ihnen Amélie Nordheim-Perera und Niels Gladbach.

"Medien und Cybermobbing sind Themen, von denen man als Schüler mehr weiß, als die Erwachsenen", sagte Nordheim-Perera. Die Schülerin berichtete von Cybermobbing an ihrer Schule: "Wir konnten unseren Mitschülern Tipps geben, gerade was das Thema Fotos im Internet angeht. Da wissen viele nicht Bescheid." Für Gladbach war nicht alles neu, was er gelernt hatte: "Gerade das Thema Passwortschutz war den meisten von uns geläufig. Aber wir konnten da gerade den Fünftklässlern wichtige Tipps geben." Dazu komme, dass die Medienbegleiter lernten, wie man das Wissen didaktisch vermitteln kann.

Anke Koester, Leiterin des Bildungsbüros, lobte die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Polizei und Kreis. "Die Vernetzung der Schulen funktioniert sehr gut. Unser Ziel ist es, eine vertikale Vernetzung zu schaffen - von der Kita bis ins Seniorenalter." Schließlich stecke in den digitalen Medien auch für Senioren eine Menge Potenzial für eine gesteigerte Lebensqualität.

Quelle: RP
 
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