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Hückeswagen
Junge Mechanikerin allein unter Männern

Hückeswagen: Junge Mechanikerin allein unter Männern
Nora Rebecca Künitz arbeitet zurzeit als Anlagenmechanikerin im elterlichen Betrieb. Im September beginnt die 19-Jährige jedoch eine zweite Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Nora Rebecca Künitz hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt. Die 19-jährige Hückeswagenerin war die einzige Frau unter 77 Auszubildenden zum Anlagenmechaniker im Bergischen Land, die ihre Gesellenprüfung bestanden haben. Von Marcel Kleifeld

Der Unterricht in der Berufsschule war stets etwas Besonderes. "Das war natürlich schon cool - mit so vielen Jungs", sagt Nora Rebecca Künitz. Ein verschmitztes Lachen. Ihre Mitschüler und Azubi-Kollegen hätten sie gut aufgenommen. "Ich bin auch nicht so der Rosa-Typ", versichert die 19-Jährige. Das habe natürlich auch geholfen. Die Hückeswagenerin hat sich in einer wahren Männerdomäne behauptet.

77 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik feierten bei der Lossprechung der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land in Nümbrecht den Abschluss ihrer Ausbildung. Mit dabei waren auch junge Gesellen aus Hückeswagen beziehungsweise aus Hückeswagener Betrieben (s. Kasten). Nora Rebecca Künitz war dabei die einzige Frau - wie fast immer während ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung. Alleine unter Männern also.

Viele Schüler haben einen konkrete Plan, was sie nach dem Ende ihrer Schullaufbahn machen möchte. Nora Rebecca Künitz, damals noch Realschülerin, hatte zunächst keinen. Als die Suche nach einem Schüler-Praktikumsplatz anstand, redete sie mit ihrem Vater, Inhaber von Künitz & Tiedemann. Er berichtete ihr von seiner Arbeit im Bereich Heizungs- und Sanitärleistungen. Das klang gar nicht so schlecht. Auch ohne Drängen ihrer Eltern zog es die junge Frau in denselben Bereich. Nach einem Praktikum folgte schließlich die Ausbildung bei der Günter Plötz GmbH aus Hückeswagen.

Dort war sie als Auszubildende kein Novum, bereits die Tochter von Günter Plötz hatte ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb absolviert. Die Kollegen seien sehr flexibel gewesen und hätten sie toll unterstützt, versichert Nora Rebecca Künitz. Auf dumme Sprüche sei sie, auch in der Berufsschule, nicht gestoßen. An der Berufssparte schätzt sie vor allem die Vielseitigkeit und die Mischung aus den einzelnen Sparten wie Heizung, Badezimmer, Klima und auch Elektro.

Aktuell arbeitet die 19-Jährige in der Firma ihrer Eltern. Ab September beginnt sie aber eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei Reinshagen & Schröder in Remscheid, einem Heizungs- und Sanitärgroßhandel. "Durch die zweite Ausbildung bin ich breiter aufgestellt." Als Groß- und Außenhandelskauffrau seien die praktischen Erfahrungen und ihre Fachkenntnisse sehr hilfreich. Als Frau habe sie das nötige handwerkliche Wissen, das die Kolleginnen und auch andere Frauen nicht hätten.

Aus körperlichen Gründen könne sie ja zudem nicht die nächsten 40 Jahre auf einer Baustelle arbeiten. "Ich bin nicht so eine Baustellen-Maus", sagt sie. Und wieder folgt das verschmitzte Lachen.

Quelle: RP
 
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