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Hückeswagen
Kammerchor brilliert mit Bachs Meisterwerk

Hückeswagen: Kammerchor brilliert mit Bachs Meisterwerk
Das intensive Proben hatte sich gelohnt: Die Aufführung der h-Moll-Messe des Kammerchors samt Gastsänger und Musikerwar ein voller Erfolg. BM-Foto: J. MOll FOTO: Moll Jürgen
Hückeswagen. 200 Zuhörer bejubelten die Sänger und Musiker nach der Aufführung der h-Moll-Messe. Ein Jahr intensive Probenarbeit lag dem Erfolg zugrunde. Von Heike Karsten

Ganz "großes Kino" in der Pauluskirche: Mit der Aufführung der h-Moll-Messe hat der Kammerchor Hückeswagen am Sonntag sein Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach dem knapp zweistündigen Konzert in der Pauluskirche standen die mehr als 200 Zuschauer kollektiv auf, um minutenlang Applaus zu spenden. Mehr als verdient, wie auch Zuhörerin Agnes Bilz meinte: "Wahnsinn. Das war einfach super", äußerte sich die chorerfahrene Hückeswagenerin begeistert.

Die komplexe Komposition von Johann Sebastian Bach bringt Sänger häufig an ihre Grenzen, denn es ist sein größtes und klangprächtigstes Werk für Chor, Solisten und Orchester. Ein Jahr lang hatte der Kammerchor mit mehreren Gastsängern intensiv an den Stücken geprobt, teilweise auch jeder für sich zuhause, wie Chor- und Konzertleiterin Ingrid Kammerer berichtete. "Die Sänger haben Unglaubliches geleistet. Ich bin sehr stolz auf sie", lobte die Dirigentin die Choristen. Zum Gelingen trugen die ebenfalls hervorragenden Solisten Veronika Madler (Sopran), Heike Bader (Alt), Lothar Blum (Tenor) und Markus Auerbach (Bass) sowie das professionelle Barockensemble "Caterva musica" ohne Ausnahme bei.

Mit der h-Moll-Messe hat Bach ein Werk hinterlassen, das die Geschichte der Komposition bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zusammenfasst. Sie ist ein Beispiel für die stilistische Vielseitigkeit des großen Komponisten und besitzt darüber hinaus eine besondere Stellung in seinem Gesamtwerk: Die h-Moll-Messe ist Bachs einzige vollständige Vertonung des Mess-Ordinariums und die letzte große Komposition, die er vollenden konnte. Bereits das Kyrie zu Beginn der Messe demonstrierte die Klangfülle des vier- bis sechsstimmigen Chorgesangs. Das konnte der Chor über das Gloria bis zum Ende des Credos noch weiter steigern. Beim Sanctus, Osanna und Benedictus bis zum Agnus Dei verschmolzen Gesang und Musik zu einem fulminanten Gesamtklang.

Den Sängern und Musikern wurde dabei viel abverlangt. Chorsängerin Eta Brülls, die ansonsten in der Kantorei singt, hatte sich eigens für dieses Stück dem konzerterfahrenen Kammerchor angeschlossen. "Bei der h-Moll-Messe kommt ganz viel vom Glauben rüber - das konnte Bach genial umsetzen", schwärmte sie. Der Tonumfang der Komposition sei für die verschiedenen Stimmen durchaus machbar. "An meine Grenzen kam ich mit der lateinischen Aussprache bei den sehr schnellen Passagen", berichtete sie. Solist Markus Auerbach kommentierte: "Wenn man die h-Moll-Messe gemacht hat, kann einen nichts mehr schocken."

Ingrid Kammerer war mit Respekt, aber nicht mit Angst an die Probenarbeit herangegangen. "Es gibt nichts Vollkommeneres und Ausdrucksstärkeres als dieses Werk", betonte die Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde. Für sie als Dirigentin war das Erarbeiten des Werks eine Premiere und die Aufführung in der Pauluskirche einmalig. Es seien bis jetzt keine weiteren Aufführungen geplant, "aber bestimmt irgendwann noch mal im Leben", kündigte sie an.

Quelle: RP
 
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