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Hückeswagen
Kein Durchkommen für Löschfahrzeug

Hückeswagen: Kein Durchkommen für Löschfahrzeug
Für den Fahrer des geparkten Wagens wird ein Knöllchen fällig. Claudia Kowalski notiert das Kennzeichen, Roland Kissau misst nach. An der engsten Stelle der Marktstraße werden Falschparker zum Hindernis für Rettungsfahrzeuge. FOTO: karsten
Hückeswagen. Zweimal im Jahr macht das Ordnungsamt mit den Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Testfahrten in der Stadt. Sie sollen Problemstellen aufdecken sowie Anwohner und Autofahrer sensibilisieren - zu ihrer eigenen Sicherheit. Von Heike Karsten

Die Holzbuden auf dem Weihnachtsmarkt entlang der Islandstraße schaffen Atmosphäre und verleihen der Einkaufsstraße eine gewisse Gemütlichkeit. Der Bauhof muss beim Aufbau jedoch genau darauf achten, dass zwischen den Buden, die auf beiden Straßenseiten stehen, ein Mindestabstand frei bleibt, so dass im Ernstfall auch Rettungsfahrzeuge hindurchpassen. Statt nur mit dem Maßband zu kontrollieren, testeten am Mittwochabend Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und Mitarbeiter des Ordnungsamts die Durchfahrmöglichkeit mit einem der neuen Einsatzfahrzeuge des Löschzugs Stadt.

In regelmäßigen Abständen werden solche Testfahrten für den Ernstfall angesetzt. "Jetzt ist es noch früh genug, falls eine Bude verrückt werden muss", sagte Roland Kissau vom Ordnungsamt. Zwischen den Hütten wurde es zwar ziemlich eng, weshalb sich Fahrer Tim Hogenfeld von seinem Feuerwehr-Kollegen Christian Klaasen einweisen ließ. Bis auf einen Lieferwagen mit Anhänger, der zur Seite fahren musste, gelang die Durchfahrt unter den hell erleuchteten Lichterketten jedoch problemlos.

Schwieriger wurde es an der oberen Islandstraße und an der Einmündung zur Marktstraße. Hier, wo die Altstadtstraßen durch die baulichen Gegebenheiten sowieso schon schmal sind, versperren regelmäßig parkende Fahrzeuge die Rettungswege, so auch am Mittwochabend. Ordnungsamtsmitarbeiterin Claudia Kowalski zückte das Maßband und musste für einen Falschparker ein Knöllchen schreiben. Die verbleibende Mindestbreite (3,05 Meter) zwischen Wagen und Bordsteinkante wurde mit 2,55 Meter um einen halben Meter unterschritten. Andere Autofahrer kamen schnell aus den Häusern gelaufen, als sie das große Löschfahrzeug bemerkten und fuhren ihr Fahrzeug weg. "Vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Zeit das im Ernstfall kostet", sagte Kowalski.

Eine echte Herausforderung für die Fahrer solch großer Einsatzfahrzeuge sind enge, zugeparkte Sackgassen wie die Robert-Schumann-Straße gegenüber der Realschule, die Maria-Zanders-Straße auf dem Lindenberg und der Drosselweg auf Wiehagen. An der Robert-Schumann-Straße wurden vor einigen Wochen neue Parkplatzmarkierungen angebracht. "Seit einer Woche steht auch das entsprechenden Schild", berichtete Kissau. Die Durchfahrt und das Wenden wurde für Oberbrandmeister Tim Hogenfeld dennoch zur Millimeterarbeit.

Anwohner Gerd Otto verfolgte das Rangieren. "Die Fahrzeuge parken zwar jetzt alle geordnet, aber die Gesamtsituation hat sich dennoch nicht verbessert", sagte Otto. Räumfahrzeuge und die Müllabfuhr kämen immer noch nicht durch. "Die Anwohner sind deshalb schon beim Ordnungsamt vorstellig geworden", fügte er hinzu. Auch Roland Kissau war nicht zufrieden mit der Situation. "Manchmal merkt man erst in der Praxis, ob etwas funktioniert. Wir werden nachbessern und einige Parkplätze versetzen müssen", kündigte er an.

Unter "Beobachtung" steht auch die sanierte Heidenstraße, die einen neuen Straßenbelag erhalten hat. Neue Parkplätze wurden bisher nicht eingezeichnet. "Sollten berechtigte Beschwerden kommen, weil etwa Einfahrten zugeparkt sind, werden wir neue Parkflächen einzeichnen müssen", kündigte Kissau an. Dazu gebe es eine entsprechende Straßenverkehrsrechtliche Anordnung. "Wenn sich aber auch so alle an die Regeln halten, muss man nicht noch mehr reglementieren", fügte Claudia Kowalski hinzu. Verbesserungswürdig sind vor allem die Verkehrs- und Parksituationen im Oval des Graf-Arnold-Platzes, am Drosselweg und in Waag. "Hier wurde beim Bau an der Straßenbreite gespart", sagte Kissau.

Das Ordnungsamt ist bestrebt, so wenig Parkraum wie möglich wegzustreichen. Denn den Mitarbeitern ist die Parkplatzknappheit bewusst. Am Drosselweg könnte daher schon eine Parkerlaubnis auf dem halben Gehweg eine bessere Durchfahrt ermöglichen. "Es ist ja keine Durchgangsstraße und wird hauptsächlich von den Anwohnern genutzt", betonte Roland Kissau.

Mit etwas Rangieren und viel Fingerspitzengefühl kam der knapp acht Meter lange, 2,75 Meter breite und 14 Tonnen schwere Feuerwehrwagen letztendlich überall durch - auch wenn das Ausfahren der Stützen, die für die Rettung mit Drehleiter nötig sind, mangels Platz nicht überall möglich gewesen wäre. "Es ist daher wichtig, solche Testfahrten zu machen, schon allein, um die Leute für das Thema zu sensibilisieren", sagte Claudia Kowalski.

Quelle: RP
 
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