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Hückeswagen
Kirchenkreis schließt das Gemeindeamt

Hückeswagen: Kirchenkreis schließt das Gemeindeamt
Auf Veränderungen in den Arbeitsabläufen müssen sich Simone Burghoff (l.) und Heidi Hübing vom evangelischen Gemeindeamt sowie Pfarrer Klaus-Peter Suder, Vorsitzender des Presbyteriums, im neuen Jahr einstellen. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Die Verwaltung wird in Remscheid zentralisiert. Ändern wird sich für die Glieder der Evangelischen Kirchengemeinde Hückeswagen zunächst jedoch wenig. Zudem bleiben zwei Mitarbeiterinnen im sogenannten Vor-Ort-Büro. Von Stephan Büllesbach

Das Wort ist etwas sperrig, bedeutet aber einen nicht unerheblichen Einschnitt in die evangelischen Kirchengemeinden im Rheinland und somit auch in die von Hückeswagen und Radevormwald: Zum Start des neuen Jahres in zwei Tagen wird die Verwaltungsstrukturreform umgesetzt, die die Landessynode der Evangelische Kirche im Rheinland bereits im Januar 2012 beschlossen hatte.

Die Konsequenz: Die Verwaltung sämtlicher Gemeinden des Kirchenkreises wird von zwei Standorten in Remscheid und Lennep aus zentral organisiert. Immerhin bleiben in den jeweiligen Städten sogenannte Vor-Ort-Büros besetzt.

Haben sich Gemeindeamtsleiter Dieter Möhring und sein Team bislang von der Kölner Straße 34 aus um das Kassenrechnungswesen, die Bauliegenschaften und das Personalwesen für die evangelischen Gemeinden in Hückeswagen und Radevormwald gekümmert, wird das ab Januar von Remscheid aus geregelt. Bis auf Heidi Hübing, seit 2011 im Gemeindeamt beschäftigt, und Simone Burghoff, seit 2013 an der Kölner Straße 34, wechseln alle Mitarbeiter nach Remscheid, wie Pfarrer Klaus-Peter Suder, Vorsitzende des Hückeswagener Presbyteriums, im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilt.

Dieter Möhring wird zukünftig laut Suder "sehr wahrscheinlich" für die Kindergärten im Kirchenkreis zuständig sein und sich um den gemeindenahen Dienst für Remlingrade und Dahlerau kümmern. Ebenfalls nach Remscheid wechseln werden Peter Märkel (Bauliegenschaften), Jutta Lutze, Marc Buchholz (beide Finanzwesen), Elke Möhring (sie wechselt von der Gemeindesachbearbeitung zu den Bauliegenschaften) und Dorothee Schmitz (Personalwesen).

Für die Glieder der Hückeswagener Gemeinde ändert sich bis auf weiteres wenig. Denn die Dinge, für die sie bislang das Gemeindeamt angesteuert haben - wie etwa die Ausstellung von Paten-Bescheinigungen oder pfarramtlicher Zeugnisse -, können sie demnächst in dem Vor-Ort-Büro regeln. Rechnungen hingegen werden zukünftig in Remscheid ausgestellt. "Den Menschen ist es aber letztlich egal, woher sie die Post bekommen - aus Hückeswagen oder Remscheid", meint Suder.

Im Hückeswagener Vor-Ort-Büro werden Heidi Hübing und Simone Burghoff sitzen. Beide werden jeweils 15 Stunden arbeiten, so dass das Büro etwa 30 Stunden in der Woche besetzt ist. Sie werden aber nur an einem Tag gemeinsam arbeiten, um Dinge abzustimmen und die Arbeit zu übergeben. An den anderen Tagen arbeitet jede Mitarbeiterin für sich. Die Öffnungszeiten stehen auch noch nicht fest. "Wir versuchen aber, das Vor-Ort-Büro so lange wie möglich geöffnet zu haben", sagt Suder. Allerdings werde es auch Zeiten geben, wo die Mitarbeiterinnen sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können.

Wo das Vor-Ort-Büro einmal sein wird, ist momentan noch unklar. Wie auch noch nicht alle zukünftigen Arbeitsabläufe bis ins Detail festgelegt wurde. Suder: "Wir wissen noch nicht ganz genau, wie es ab Januar weitergeht. Immerhin ist aber alles zu 90 Prozent geregelt." Bis der Standort für das Hückeswagener Vor-Ort-Büro ermittelt ist, werden die beiden Mitarbeiterinnen in ihrem Büro im jetzigen Gemeindeamt, Kölner Straße 34, sitzen. Der Vorsitzende des Presbyteriums rechnet damit, dass diese Übergangsregelung wenigstens drei Monate andauern wird.

Im Gemeindeamt stehen die Zeichen momentan dennoch eindeutig auf Umzug. Überall warten Umzugskartons darauf, befüllt zu werden. Die Aktenordner hingegen werden in orangefarbene Kunststoffkisten verpackt und versiegelt. "Darin sind schließlich sensible Daten", macht Klaus-Peter Suder deutlich.

Er wünscht sich, dass das Vor-Ort-Büro im Haus Kölner Straße 30/32, dem früheren Gemeindeamt, untergebracht wird. "Dann wäre es auch nicht weit weg vom Kirchenarchiv, das dort eingerichtet ist", erläutert er.

Was mit dem denkmalgeschützten Haus Kölner Straße 34 passiert, wenn dort das Gemeindeamt ausgezogen ist, ist noch unklar. In Frage kommen nach Aussage von Klaus-Peter Suder die Vermietung der Räume oder der Verkauf - beides würde Geld in die klamme Kasse der Evangelischen Kirchengemeinde spülen.

Quelle: RP
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