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Hückeswagen
Kleiderkammer ist seit 35 Jahren erfolgreich

Hückeswagen: Kleiderkammer ist seit 35 Jahren erfolgreich
Ob nun junge Familien, Alleinerziehende, ältere Alleinstehende oder auch Normal-Verdiener - seit 35 Jahren ist die Kleiderkammer der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt an der Weierbachstraße eine ganz wichtige Einrichtung. Auch die Spender der Gebrauchtwaren stöbern gerne mal durch die Regale. Den ehrenamtlichen Helfern - (v.l.) Margarethe Deja, Christel Buss, Anna Dorothea Correa, Justine Wons, Gisela Priedigkeit, Gaby Vollbrecht und Helga Binda - macht die Arbeit in der Kammer großen Spaß. FOTO: nico hertgen
Hückeswagen. Seit 35 Jahren schenkt die Kleiderkammer der Katholischen Gemeinde gebrauchten und ausrangierten Sachen ein zweites Leben. Die Erlöse kommen vornehmlich Kinderprojekten zu Gute - auch vor Ort. Von Heike Karsten

Der Verkaufsraum ähnelt einem kleinen Warenhaus, nur mit dem Unterschied, dass die Kleidung, Textilien, Spielwaren sowie Deko- und Haushaltsgegenstände nicht verkaufsfördernd präsentiert, sondern eher auf kleiner Fläche komprimiert in den Regalen liegen oder auf den Rundständern hängen. Die Betreiber der Kleiderkammer, die im ehemaligen Pfarrsaal der katholischen Kirche untergebracht ist, können jetzt stolz zurückblicken: Vor 35 Jahren, am 5. Februar 1981, wurde die Institution eröffnet und ist nach wie vor ein Segen für Notleidende. Dank der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und der Spenden der Bürger bietet der "Second-Hand-Shop" bedürftigen Menschen die Möglichkeit, für kleines Geld gebrauchte, aber gut erhaltene Artikel zu erwerben.

"Pro Öffnungstag kommen 30 bis 50 Kunden, davon etwa 20 Asylbewerber", sagt Mitarbeiterin Christel Buß. Junge Familien, Alleinerziehende, ältere Alleinstehende, aber auch Normal-Verdiener zählen zu den Kunden. Eine junge Flüchtlingsmutter findet drei Puppen mit Rüschenkleider für ihre kleinen Töchter. Sie bezahlt mit Gutscheinen der Caritas, die nur in der Kleiderkammer eingelöst werden können.

Aber auch die Spender der Gebrauchtwaren stöbern gerne einmal durch die Regale, so wie Anna Plewniak. "Ich finde die Kleiderkammer sinnvoll und in jeder Hinsicht praktisch. So schenkt man den Sachen ein zweites oder auch drittes Leben", sagt die Hückeswagenerin. Elfi Schuh gibt etliche Sachen aus einer Haushaltsauflösung ab. "Uns ist damit geholfen und anderen ist damit gedient", sagt die Lenneperin. Zudem seien die Mitarbeiterinnen immer freundlich, hilfsbereit und entgegenkommend - und auch der christliche Status der Einrichtung fehle nicht.

In der Kleiderkammer wird jedoch nicht nur verkauft, es werden auch soziale Kontakte gepflegt: Die Mitarbeiterinnen bieten zu den Öffnungszeiten ein gemütliches Frühstück an. "Es kommt immer eine feste Truppe älterer Damen, die zu Hause nicht allein vor ihrer Kaffeetasse sitzen wollen", sagt Christel Buß. Seit mehr als 25 Jahren hilft die 77-Jährige als "Kammerzofe".

Mit Anneliese Thiemann befindet sich auch noch ein Gründungsmitglied unter den Ehrenamtlerinnen in der Kleiderkammer. Anna Dorothea Correa hilft immer, wenn sie in der Heimat ist. Seit 40 Jahren lebt die Hückeswagenerin in Brasilien und unterstützt dort mit dem Erlös der Kleiderkammer zwei Kinderhorte. "Ich gebe das Geld persönlich dort ab", berichtet sie.

Gespendet wurde im vergangenen Jahr unter anderem für Aids-Waisen in Indien, Straßenkinder in Rumänien, ein Kinderkrankenhaus in Argentinien und die Kinderhospize in Olpe und Wuppertal.

Dank des guten Umsatzes konnten darüber hinaus örtliche Projekte unterstützt werden, wie die Flüchtlingshilfe der Gemeinde-Caritas, das Kinderdorf im Jugendzentrum, Ferienmaßnahmen der OGS, Sportgeräte für die Montanusschule und die Messdiener-Wallfahrt nach Rom.

Der Verkaufserlös kann in vollem Umfang gespendet werden, da die Kirche die Räume unentgeltlich zur Verfügung stellt und auch die Nebenkosten übernimmt. Auch wenn es viel zu tun gibt in der Kleiderkammer, so sind die neun Mitarbeiterinnen immer hochmotiviert. "Es macht einfach nur Spaß", sagt Gaby Vollbrecht.

Quelle: RP
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