| 00.00 Uhr

Hückeswagen
Kneher geht in Rente, Kunde übernimmt

Hückeswagen: Kneher geht in Rente, Kunde übernimmt
38,5 seiner 42 Jahre als Arzt arbeitete Dr. Max Kneher in Hückeswagen, nun geht der 70-Jährige in den Ruhestand. Nachfolgerin ist Dr. Anne Kunde. FOTO: H. Karsten
Hückeswagen. Der Hückeswagener Allgemeinmediziner Dr. Max Kneher geht zum Jahresende in den Ruhestand. Seinen Arztsitz übernimmt Dr. Anne Kunde. Die 33-Jährige führt die Praxis an der Bachstraße gemeinsam mit Dr. Katja Forche weiter. Von Heike Karsten

Viel Zeit für seine Patienten, nicht aus der Ruhe zu bringen und meistens mit einer Tasse Kaffee in der Hand - so kennen und mögen die Patienten Dr. Max Kneher. In seiner Praxis an der Bachstraße ist der Allgemeinmediziner jedoch nur noch bis zum nächsten Freitag anzutreffen. Sein letzter Arbeitstag. Zum Ende des Jahres übergibt er seinen Arztsitz an Dr. Anne Kunde, die die Praxis zusammen mit Knehers Tochter Dr. Katja Forche weiterführen wird.

Ein wenig Wehmut schwingt angesichts des baldigen beruflichen Endes schon mit, wenn der 70-Jährige sagt: "Es hat mir immer viel Freude gemacht, mich um meine Patienten zu kümmern. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge." Wichtig sei es ihm, die Praxis tadellos zu übergeben und seine Patienten gut versorgt zu wissen. Mit seiner Nachfolgerin hat er eine Wunschkandidatin für diese Aufgabe gefunden. Seit April 2016 arbeitet die 33-Jährige in der Praxis mit.

Was seinen Patienten nicht verborgen bleibt, ist der charmante süddeutsche Dialekt: Geboren und aufgewachsen ist Max Kneher in Blaubeuren in Baden-Württemberg. "Als Jugendlicher habe ich nie daran gedacht, Arzt zu werden", erinnert er sich. Nach dem Abitur habe er zunächst Physik in Berlin studiert. Erst als ein Studienfreund ihn mit in eine Anatomie-Vorlesung genommen hatte, stand für ihn der Berufswunsch fest. Kneher wechselte Studienfach und Uni und studierte Humanmedizin in Köln.

Dort lernte er auch seine heutige Ehefrau kennen, mit der er seit 1972 verheiratet ist und vier Kinder hat. Nach Examen und Promotion arbeitete der Arzt unter anderem in der Orthopädie und Chirurgie der Uniklinik Köln sowie in der Inneren Medizin am Krankenhaus Lindlar. Der Kontakt zu Hückeswagen entstand durch Dr. Hans Reimer, Koryphäe im Bereich der Hüft-Operationen am ehemaligen Krankenhaus Johannesstift. "Dr. Reimer verlegte seine operierten Hüften immer nach Lindlar", berichtet Kneher schmunzelnd.

1979 ergab sich zunächst die Mitarbeit, später die Übernahme der Praxis von Dr. Voigtländer an der August-Lütgenau-Straße. Später kaufte der junge Arzt das Haus an der Bachstraße und erweiterte es mit einem Anbau zu einem Wohnhaus samt Praxis. Hier hat der Hausarzt bis heute immer ein offenes Ohr für seine Patienten. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Chirotherapie - das Einrenken von verschobenen Wirbeln und Gelenken.

Zum Jahresende hört auch seine Ehefrau Angelika, die als gelernte Kinderkrankenschwester in der Praxis mitarbeitet, auf. Das Ehepaar hat dann mehr Zeit für Hobbys und die sechs Enkelkinder. Kneher hält sich mit Sport und Wandern fit und liebt Theater-, Opern- und Konzertbesuche. Langeweile dürfte also nicht aufkommen.

Arzt ist der Hückeswagener seit 42 Jahren mit Leib und Seele, 38,5 Jahre davon in der Schloss-Stadt. "Ich hatte jeden Tag Sprechstunde von 8 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, mittags ging's auf Hausbesuch", beschreibt der 70-Jährige seinen bisherigen Arbeitsalltag. Auch im Urlaub war der Arztkoffer immer mit dabei. "Bis zu dem Tag vor etwa 15 Jahren, als man mir in Barcelona das Auto samt Arztkoffer leergeräumt hat", berichtet Kneher.

Die Praxis wird künftig von Katja Forche und Anne Kunde als sogenannte Berufsausübungsgemeinschaft geführt. "Für unsere Patienten bleibt alles gleich, außer dass wir ein bisschen modernisieren und frischen Wind reinbringen wollen", kündigt Anne Kunde an. Die neue Homepage sei die erste Neuerung.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückeswagen: Kneher geht in Rente, Kunde übernimmt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.