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Hückeswagen
Königlich virtuoses Konzert im Kultur-Haus auf 25 Saiten

Hückeswagen. Jede Menge lange Haare und insgesamt 25 Saiten - so sieht es aus, wenn der "Royal Guitar Club" in die Stadt kommt. Das Quartett aus Süddeutschland und Österreich sorgte am Samstagabend im Kultur-Haus Zach mit fetzigen, Flamenco-inspirierten Klängen für den perfekten Soundtrack zum frühsommerlichen Maitag.

Und auch wenn es mit dem Pokalfinale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund starke Konkurrenz im Fernsehen gab, waren doch knapp 30 Gitarrenfreunde der Einladung ins Kultur-Haus gefolgt. Geboten bekamen sie eine abwechslungsreiche, hochvirtuose Gitarrenshow gut gelaunter Musiker, bei der Berührungsängste gleich an der Garderobe abgegeben werden konnten. Das machte Sänger Axel Friedrich gleich zu Beginn deutlich: "Es muss nicht immer mucksmäuschenstill sein, wir freuen uns über Zwischenapplaus. Wir kommen ja aus dem Rockbereich."

Ganz und gar nicht unkompliziert waren hingegen Songs wie "Riders Of The Grail" oder "Cross That River". Denn da war das Können der drei Gitarristen Friedrich, Armin Bruckmeier und Gery Klein sowie des E-Bassisten Alex Hilzensauer - der kurioserweise auf seinem siebensaitigen Instrument mehr Saiten als seine Kollegen hatte - so deutlich zu hören, dass es selbst Musik-Laien praktisch ins Gesicht sprang: Da waren beinahe haarsträubend rasante Soli, die mit einer derartigen Leichtigkeit ins Auditorium gerockt wurden, da waren eingängige Harmonien und Melodien, die es dem Publikum auch bei unbekannteren Stücken leicht machten, am Ball zu bleiben, und da war wunderbarer Harmoniegesang von Friedrich und Bruckmeier, der die Seele berührte.

Rein akustisch ging es zu, die geballte Gitarrenpower erinnerte dabei an Paco de Lucias legendäres Live-Album "Friday Night In San Francisco", auf dem der Gitarrist mit seinen Kollegen John McLoughlin und Al Di Meola bislang unerreichte virtuose Gipfel erspielt hatte. Das Quartett war in Sternstunden des Konzerts - etwa dem Beatles-Cover "Come Together" mit seinem fantastischen Bass-Solo oder bei "I Wanna Run" mit den mehrstimmigen Gitarrenmelodien und furiosen Soli - definitiv ganz nah dran. Wohl nur ganz selten war in der Schloss-Stadt virtuoseres Spiel zu hören als von den vier langhaarigen Saitenhexern vom "Royal Guitar Club".

(wow)
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