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Hückeswagen
Kolping-Kritik an Trägerwechsel bei der OGS

Hückeswagen. Der wohl zentrale Satz, den Bürgermeister Dietmar Persian am Mittwochabend im Rahmen einer Diskussionsrunde der Kolpingsfamilie sagte, lautete: "Wir können das als Kommune alles fast gar nicht leisten." Hintergrund seiner Äußerung war die Flüchtlingskrise, die sich als Kernthema fast durch den ganzen Abend zog.

Die Kolpingsfamilie hatte Persian eingeladen, um mit ihm, wie in jedem Jahr, über die Perspektiven für die Schloss-Stadt 2016 zu diskutieren. Bliebe es bei den derzeitigen Zahlen, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage eines Zuhörers, würden Ende des Jahres rund 600 Flüchtlinge in Hückeswagen untergebracht werden müssen.

Persian bestätigte, dass die Stadt noch vor Jahresende zwei Sozialarbeiter einstellen werde, um die notwendige Betreuung der Flüchtlinge zu gewährleisten. "Hückeswagen ist aber gut aufgestellt", versicherte er. Mit dem Ankauf der Tennishalle und des dazugehörigen Grundstücks an der Kölner Straße sei die Stadt auch räumlich gerüstet für diese Aufgabe. Auch bei Schulentwicklung und der Schaffung des entsprechenden Wohnraums sieht der Bürgermeister in der Flüchtlingsfrage keine Probleme auf die Stadt zukommen.

Stolz zeigte er sich in der Diskussion über das bürgerschaftliche Engagement der Hückeswagener. Hier werde von Vereinen und einzelnen Bürgern Beachtliches geleistet.

Die Zuhörer im Saal des Kolpinghauses hatten auch die Möglichkeit, ihre Fragen an den Bürgermeister loszuwerden. So wurde es kein Vortrag, sondern eine lockere Gesprächsrunde, bei der unter anderem auch die Frage nach der Ausweisung neuer Gewerbeflächen zur Sprache kam. Dazu sagte Persian, dass noch in diesem Jahr für das Gewerbegebiet West 2 (Winterhagen-Scheideweg) einige Abschlüsse zu erwarten seien und das auch in West 3 (Junkernbusch/Heidt) die Stadt durch Flächenankauf gut positioniert sei.

Aber auch Kritik musste sich der Bürgermeister gefallen lassen. So wurde von mehreren Zuhörern erneut die Vergabe der Betreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS) an den Internationalen Bund kritisiert. Persian wurde ausdrücklich gebeten, mit dem neuen Betreiber die Frage der Übernahme der 26 derzeit noch bei der Caritas beschäftigen Mitarbeiter zu besprechen. "Der Trägerwechsel ist für uns alle eine Herausforderung", unterstrich Persian.

Zum Abschluss betonte er, dass Abende wie diese eine gute Gelegenheit seien, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Daher versprach er, auch 2017 wieder zur Diskussionsrunde der Kolpingsfamilie zu kommen.

(BM)
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