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Hückeswagen
Kontrolldruck an der Bever fortsetzen

Hückeswagen: Kontrolldruck an der Bever fortsetzen
Feuerwehrmann Bodo Waldeck (l.) und Roland Kissau vom Hückeswagener Ordnungsamt auf Bootsstreife unterwegs: Wie hier im Juli 2010 gibt es auch in dieser Sommersaison Kontrollen vom Wasser aus. FOTO: hans dörner (archiv)
Hückeswagen. Die Verantwortlichen der Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre kündigen für die jetzt anstehende Saison verstärkte Kontrollen an. Die Parkplätze bekommen eine feste Bezeichnung. Auch an der Wupper-Talsperre gibt es Probleme. Von Joachim Rüttgen

Wilde Horden, die am Ufer campen, im Wald grillen, Mengen an Müll hinterlassen oder Saufgelage, Prügeleien, Schlachtfeste abhalten - diese untragbaren Zustände gibt es an der Bever-Talsperre nicht mehr. Großen Verdienst daran trägt die Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre, deren Verantwortliche gestern zum Auftakt in die neue Saison einen eindringlichen Appell an alle Nutzer des Naherholungsgebietes richteten.

"Die Partnerschaft lebt. Wir werden wieder genau hinschauen und restriktiv einschreiten, wenn sich die Besucher nicht an die Regeln halten", kündigte der bei der Stadt zuständige Fachbereichsleiter Michael Kirch an. Er lobte die behördenübergreifende Zusammenarbeit, die "richtig Spaß" mache.

Jürgen Fries, Betriebsleiter Talsperren beim Wupperverband, der die Bever-Talsperre betreibt, betonte, dass alle Beteiligten auch im elften Jahr an einem Strang ziehen. "Alleine können wir das nicht meistern, aber in der Gemeinschaft sind wir stark und erfolgreich", sagte er. Und es warten weitere Aufgaben auf die Ordnungspartnerschaft, denn Probleme mit Gästen, die sich nicht angemessen verhalten, gibt es auch an der Wupper-Talsperre, die der Wupperverband ebenfalls betreibt. Fries betonte, dass man sich auch dort um Konfliktpotenzial kümmern müsse und mit dem Pächter des Geländes an der Kräwinklerbrücke, der Arbeit Remscheid GmbH, gesprochen habe. Die Müllproblematik sei mittlerweile enorm. Fries: "Wir müssen die Bever in Zukunft etwas globaler betrachten." Kirch vermisst bei einigen Nutzern der Talsperren Empathie und Einfühlungsvermögen. Die Rücksichtslosigkeit nehme zu.

Deshalb haben die Mitglieder der Ordnungspartnerschaft an ihrem Konzept gefeilt und modifizieren zum Beispiel das im Vorjahr eingeführte Parkleitsystem. Ab 2015 gibt es an den fünf Hauptzufahrten nicht nur große Tafeln und Luftbilder mit den eingezeichneten Parkplätzen, sondern zusätzlich bekommt jeder Parkplatz eine feste Bezeichnung, die an die Hersteller von Navigationssoftware weitergegeben wurde. Parkplätze gibt es in Reinshagensbever, Zornige Ameise, Oberlangenberg, Käfernberg und am Zeltplatz II. Die Androhung, Falschparker konsequent abzuschleppen, zeigt Wirkung: 2013 waren es fünf, 2014 drei Autos. Seit 2014 sind die Abschleppzonen besonders markiert (hier vor allem in Oberlangenberg in Richtung Wipperfürth bei Großhöhfeld oder an der K 11 zwischen Heinhausen und Siepersbever). Die Zahl der Verwarnungen sank, was aber auch am schlechteren Sommer lag. 2013 schrieben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Hückeswagen 317 Knöllchen, im Vorjahr 178. Die Kollegen aus Wipperfürth verzeichneten 74 Verwarnungen.

Auch die Kontrollfahrten mit dem Boot werden 2015 wieder durchgeführt. Dadurch wurde die Zahl der illegalen Grillpartys eingedämmt. "Das werten wir als Erfolg, deshalb muss aber auch der Kontrolldruck bleiben", sagt Roland Kissau vom Ordnungsamt.

Fries weist daraufhin, dass die Badesaison vom 15. Mai bis 15. September läuft. Dann wird alle 14 Tage die Wasserqualität kontrolliert. Die Badestellen liegen am Beverblick, an der Zornigen Ameise, am Zeltplatz I (Käfernberg) und am Zeltplatz II (Großberghausen).

Die Polizei kündigt an, sich vor allem um die Motorradfahrer zu kümmern. Hier werde es verstärkt Kontrollen geben. Auch schwer zugängliche Stellen in umwegsamem Gelände an der Bever bleiben nicht außen vor: Die Landesreiterstaffel NRW kommt nach Hückeswagen, um vor allem das wilde Zelten im Wald zu unterbinden.

Die Landschaftsbehörde sucht dringend weitere Landschaftswächter, die mal Streife laufen, den Uferbereich nach Abfall absuchen oder das Gespräch mit Wildcampern suchen. Kontakt: Tel. 02261 886711.

Quelle: RP
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