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Hückeswagen
Kraftvoller Blues zum Ferienende

Hückeswagen. Wolfgang Kalb hatte am Samstagabend alles im Griff: Drei Gitarren waren da auf der Bühne im Kultur-Haus Zach, natürlich nutzte er nur eine pro Song. Dazu spielte Kalb bei der Blues-Night aber ab und zu noch die Harmonika - immer dann, wenn es der Song erforderte. Und er sang natürlich.

Herrlich dreckig insgesamt und vielfältig im Bereich des leicht angejazzten und des Mississippi-Delta-Blues.

Die Gitarrensaiten dehnte er beim Picking dabei oft bis kurz vorm Reißen, beim vehementen Zupfen merkte man schon, dass er im jeweiligen Song in eine bestimmte Richtung wollte. Und warum? Weil da Leidenschaft drin steckte, weil klar war, dass der Musiker auf der Bühne genau wusste, wo er hinwollte. Der Gesang hingegen war nicht wirklich schön, zumindest im klassischen Sinne. Da kam einem eher Tom Waits als Tom Jones in den Sinn. Aber auch das passte aus einem einfachen Grund: So ein bisschen "Dreck" zum Ende der Ferien tat dem Kultur-Haus ganz und gar nicht schlecht. Auch wenn nur knapp 20 Besucher dabei waren - sie bewiesen richtig guten Geschmack. Denn der oft nur mit dem Fuß begleitete basische Blues, von Kalb kraftvoll und leidenschaftlich dargeboten, machte einfach nur ganz viel Spaß.

Ob man die Songtitel, die er zwischendurch von der Bühne nuschelte, nun verstand oder nicht, war egal. Auch die Erklärungen zur Musik und zur Zeit ihrer Entstehung waren oft nicht zu verstehen. Aber wenn man den großartig dargebotenen Songs einfach lauschte, war man plötzlich irgendwo auf der Welt, eben dort, wo man früher den Blues gespielt hat.

Und falls man sich doch die Frage stellen sollte: Nein, Masse siegt eben nicht immer über Klasse. Und schon gar nicht über diese beim Auftritt des Bambergers Kalb mit seinen drei Gitarren. Da freute man sich vielleicht sogar etwas, einem Geheimtipp zuhören zu dürfen.

(wow)
 
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