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Hückeswagen
Kulturelle Einblicke in Häuser der Marktstraße

Hückeswagen: Kulturelle Einblicke in Häuser der Marktstraße
Der Poetry-Slam im Lokal "Alter Markt" war einer von vielen kulturellen Höhepunkten. So war auch NRW-Vize-Landesmeister Christof "mit F" Rott aus Herne zu den "Kulturräumen - Offene Häuser in der Marktstraße" angereist. FOTO: Moll
Hückeswagen. Den Charme der Altstadt erlebten rund 900 Besucher der "Kulturräu-me" am Samstag hautnah. Die Anwohner gewährten dabei Einblicke in ihre Häuser und Gärten, verbunden mit Kulturdarbietungen aller Art. Von Heike Karsten

Der Titel "Kulturräume - Offene Häuser in der Marktstraße" versprach nicht zu viel: Vier Stunden lang konnten Besucher am Samstagnachmittag über die Marktstraße bis zum Schloss flanieren und dabei nicht nur einen Blick in die Häuser mit historischem Wert werfen, sondern auch kostenfrei die unterschiedlichsten kulturellen Vorträge besuchen.

Besonders hochwertig und abwechslungsreich war die Auswahl an musikalischen Leckerbissen. So verzauberte etwa das Doppelquartett "El Grillo" die Zuschauer im voll besetzten Heimatmuseum mit hörenswerten A-cappella-Stücken aus der Filmwelt. Cembalo- und Flötentöne drangen aus dem Treppenhaus des Schlosses, wo Inga Kuhnert und Julia Belitz unter anderem Sonaten und Suiten der Komponisten Corelli und Händel präsentierten. Für den original barocken Klang hatte Cembalobauer Detmar Hungerberg eigens eines seiner Instrumente ins Schloss transportiert.

Im Wohnzimmer des Hauses Marktstraße 27 ging es heimisch und traditionell zu. Das Duo Michael Loh und Heinz Pohl, seit vielen Jahren ein fester Programmpunkt im Kolpingskarneval, sang selbst gedichtete Lobeshymnen auf die Schloss-Stadt in "Heukeshowwer Platt". "In all den Jahren ist so viel Material zusammengekommen, dass es zu schade ist, die Lieder nicht nochmal zu singen", sagte Pohl. Daher plant das Gesangsduo ein komplettes Konzert zur Sessionseröffnung im November.

Zufrieden zeigte sich Mit-Organisatorin Birgit Mostert: "Die Stimmung ist so schön ruhig und entspannt. Die Leute können richtig genießen." Die entspannte Atmosphäre fanden Monika und Karl-Heinz Kröger ebenfalls sehr angenehm. "Es kommen nur Leute, die auch interessiert sind. Und man braucht sich nicht durchdrängeln, wie beim Altstadtfest", sagte das Ehepaar. Christel Karthaus meinte mit Blick auf das breit gefächerte Angebot: "Es ist immer wieder schön, aber alles kann man gar nicht schaffen."

Die engagierten Künstler und die Anwohner als Gastgeber arbeiteten Hand in Hand. So kreierte Friseurmeister Milan Kranjcec den fünf Flamenco-Tänzerinnen vor ihrer Tanzdarbietung im Salon die passenden Frisuren und ein Bühnen-Make-Up.

Heike und Markus Rösner öffneten nicht nur ihr Haus, sondern gewährten auch einen Blick in den liebevoll gestalteten Garten, obwohl Kräuterexpertin Sonja Borner wegen einer Stimmbandentzündung nicht für den geplanten Wildpflanzen-Exkurs vor Ort sein konnte. Zum Trost standen für die Besucher Kräuterbonbons bereit. "Ich bin total überrascht, was sich hinter den Häusern verbirgt und wie schön die Gärten sind", sagte Besucherin Reni Weyer.

Viel zu lachen gab es beim Poetry-Slam in der Gaststätte "Alter Markt", wo unter anderem der NRW-Vize-Landesmeister Christof "mit F" Rott aus Herne seine humorvollen Texte präsentierte. Besinnlich waren dagegen die selbst geschriebenen Gedichte von Anwohnerin Rita Herweg zu den Themen "Spurensuche", "Sehnsucht" und "Hoffnung". Rezitationen, Theater, Clownerie und Kunst-Ausstellungen rundeten das vielseitige Angebot ab.

Quelle: RP
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