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Ehrenamt Tim Körbs Und Fynn Huhn (rsv)
Lächeln der Kicker ist Bezahlung genug

Ehrenamt Tim Körbs Und Fynn Huhn (rsv): Lächeln der Kicker ist Bezahlung genug
Tim Körbs (l./18) und Fynn Huhn (16) sind hochmotiviert, den Fußball-Nachwuchs des RSV 09 zu trainieren. FOTO: wolfgang weitzdörfer
Hückeswagen. Tim Körbs ist erst in dieser Saison in den RSV 09 Hückeswagen eingetreten - als Trainer, ohne zuvor jemals in einem Verein gekickt zu haben. Zusammen mit seinem 16-jährigen Co-Trainer Fynn Huhn trainiert der 18-Jährige die E 1 des Raspo. Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen In der Geschichte der Jugendabteilung des RSV 09 Hückeswagen ist es wohl einmalig, es dürfte aber auch sonst in Amateur-Fußballvereinen selten vorkommen: "Ich bin dieser Saison erstmals als Trainer dabei - und bin auch jetzt erst in den Verein eingetreten", sagt Tim Körbs. Damit hat der 18-Jährige eine echte Trainer-Blitzkarriere hingelegt. Man brauche zwar keinen Trainerschein als Jugendtrainer, müsse aber schon ein wenig Ahnung haben, sagt Körbs.

Zum einen davon, wie man richtig mit den Kids umgehe, zum anderen aber auch davon, wie man ihnen das Fußballspielen beibringen könne. Natürlich habe er immer wieder mit Freunden gekickt, allerdings nie im Verein. "Irgendwann bin ich dann aber angesprochen worden, ob ich nicht doch ins Team wolle", erzählt Körbs. Als er sagte, dass er lieber trainieren würde, weil er sich selbst nicht als so tollen Spieler sehe, hätte man ihm die E 1-Jugend angeboten.

"Zusammen mit Fynn trainiere ich seit dieser Saison die zehn- bis elfjährigen Jungs", sagt Körbs. Der Co-Trainer des 18-Jährigen heißt Fynn Huhn, ist 16 Jahre alt und im Gegensatz zu seinem "Chef" schon seit acht Jahren in einem Verein - anfangs im damals noch aktiven FC 04 Hückeswagen. "Ich co-trainiere die E 1 und spiele selbst als Torwart in der B-Jugend", berichtet der 16-Jährige. Körbs habe ihn vor gut zwei Monaten angesprochen, ob er es sich vorstellen könne, als Co-Trainer mitzumachen.

"Ich habe sofort ja gesagt, denn es ist auch Ziel im Verein, die älteren Spieler nach und nach als Trainer einzuarbeiten", sagt Huhn. Für beide Nachwuchstrainer sei es grundsätzlich eine Möglichkeit, später auch einmal hauptberuflich die Profis zu trainieren. "Wenn es sich ergibt, dann sage ich da nicht nein", sagt Huhn. Und Körbs ergänzt: "Wenn sich mir die Chance bieten würde, nutze ich sie auch." Jetzt aber kümmern sich die beiden Jugendlichen erst einmal um den Kickernachwuchs in Hückeswagen.

"Ich habe mir vor dem ersten Training natürlich Gedanken darüber gemacht, was ich mit den Kindern mache", sagt Körbs. Zurzeit sind in der E 1 zehn Spieler. "Wir erklären ihnen vorher immer, was wir heute vorhaben. Fynn macht dann mit ihnen Dehnübungen, ehe alle zum Aufwärmen ein paar Runden laufen", erklärt der 18-Jährige, der genau wie sein Co-Trainer die Realschule an der Kölner Straße besucht. Danach würde der B-Jugend-Torwart Huhn sich den E-Jugend-Torhüter zum separaten Training beiseitenehmen.

"Das bietet sich an", sagt der 16-Jährige und schmunzelt. "Ansonsten analysieren wir zusammen das, was im vorigen Spiel nicht so gut gelaufen ist und üben das dann explizit", betont der Cheftrainer. Mit den jüngeren Kickern verbindet die beiden Trainer ein durchaus freundschaftliches Verhältnis, wie Körbs betont: "Wir stehen über die sozialen Medien in Kontakt und reden auch ganz vertrauensvoll miteinander." Vor allem aber würden die Kinder das Trainergespann respektieren.

Das sei es auch, was ihm an seiner ehrenamtlichen Trainer-Tätigkeit besonders gut gefalle. "Es macht einfach Spaß, mit den Kindern zu trainieren. Wenn wir Erfolge haben, dann sehe ich sie lachen - da ist es mir doch egal, ob man mir fürs Training noch einen Zwanziger in die Hand drückt oder nicht." Huhn sieht das ähnlich: "Ich will das, was ich selbst gelernt habe, an die Jüngeren weitergeben. Das ist ja auch wichtig, damit es mit dem Verein insgesamt vorangeht.

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Quelle: RP
 
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