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Hückeswagen
Länger kicken auf Kunstrasen in Ferien

Hückeswagen: Länger kicken auf Kunstrasen in Ferien
Hamed Lakraa nutzt die nachmittägliche Öffnungszeit des Sportplatzes, um mit seinem jüngsten Sohn Akram (2) auf Kunstrasen zu kicken. Platzwart Karsten Buch übernimmt dann in der Woche die Aufsicht. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Statt an nur zwei kann während der Sommerferien vier Wochen lang an fünf Werktagen nachmittags auf dem Sportplatz gekickt werden, und das jeweils sechs Stunden. Platzwart Karsten Buch verschiebt dafür seine Arbeitszeit. Von Stephan Büllesbach und Heike Karsten

Akram ist erst zwei, doch der Knirps hat schon einen gewaltigen "Bumms". Kein Wunder, wird er doch von Papa Hamed Lakraa trainiert. Der Trainer des RSV 09 Hückeswagen nutzt die nachmittägliche Öffnungszeit des Sportplatzes für die spielerische Einführung seines Sohns in den Fußball, bevor das Bambini-Training beginnt.

Dass der Platz in den Ferien auch von Nicht-Vereinsmitgliedern länger genutzt werden kann, freut den Hückeswagener. "Dann müssen die Kinder nicht mehr über das Tor springen", sagt Lakraa. Überhaupt sei der Sportplatz groß genug, so dass externe Besucher das Vereinstraining nicht behinderten. "Bei der Kommunikation hat es noch nie Probleme gegeben", fügt er hinzu.

Erfreut über das offene Eingangstor ist auch Damijan Vujic. Der 13-Jährige steht zwar mindestens zweimal die Woche beim Training des FC 04 Hückeswagen auf dem Platz. "Wenn ich aber Lust aufs Fußballspielen habe, dann komme ich auch zwischendurch hierhin", erzählt der fußballbegeisterte Junge.

In der ersten Woche sowie in den letzten drei Wochen der Sommerferien kann er das noch häufiger tun. Denn dann werden die Öffnungszeiten für alle Nutzer des Sportplatzes ausgedehnt. Platzwart Karsten Buch übernimmt die Aufsicht dann montags bis freitags von jeweils 10 bis 16 Uhr. Normalerweise ist der Sportplatz nur dienstags und donnerstags, und das auch nur von 14 bis 16 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Für die Schulen ist der Sportplatz unter der Woche in den Vormittags- und Mittagsstunden reserviert, die Vereine dürfen ab 16.30 Uhr auf den Kunstrasen. Zudem können sie ihn am Wochenende für Meisterschafts- und Testspiele nutzen.

So zehn bis 20 Fußballer - Kinder ab sechs Jahre bis ins Erwachsenenalter - nutzen zweimal in der Woche die Möglichkeit, vereinsungebunden auf dem Kunstrasen Fußball zu spielen. Sogar aus Kierspe und Wipperfürth kommt so mancher Kicker angereist. "Dort sind die Kunstrasenplätze komplett mit hohen Zäunen umgeben und abgeschlossen", berichtet Jürgen Löwy, Vorsitzender des Stadtsportverbands (SSV). Dass die Schnabelsmühle interessant für die Fußballer ist, liegt womöglich noch an einem anderen Grund: "Der Platz ist in einem guten Zustand; das wird uns immer wieder bestätigt", sagt Löwy.

Eine niederländische Spezialfirma übernimmt die jährliche Grundreinigung des Platzes und der Tartanbahn, für die regelmäßige Pflege ist Karsten Buch zuständig. Der Platzwart fährt mit einem kleinen Trecker über das künstliche Grün und bürstet die Halme hoch und auf dem Rückweg wieder runter. Zusammen mit einigen Wipperfürther Vereinen hat die Stadt jetzt ein Pflegegerät angeschafft, dass sich alle teilen werden. Damit werden vorne das Granulat und sämtlicher Unrat aufgenommen, im Inneren gereinigt, und am Heck kommt nur das saubere Granulat wieder heraus. Hin und wieder muss Buch aber an einigen Stellen Granulat auffüllen. Löwy: "Je weniger Granulat vorhanden ist, desto stumpfer wird der Kunstrasen." Dadurch steigt die Verletzungsgefahr.

Dass die Öffnungszeiten des Platzes in den Sommerferien ausgeweitet werden, ist dem Platzwart zu verdanken. Karsten Buch verschiebt einfach seine Arbeitszeit - von 8 bis 14 Uhr auf 10 bis 16 Uhr. "Während der Arbeit kann ich dann beobachten, was sich auf dem Platz tut", sagt er. So passt er etwa auf, dass niemand auf die Tore klettert oder an den Netzen reißt. Und da dann auch kein Schulsport stattfindet, bot es sich an, auch den Montag, Mittwoch und Freitag zum Kicken anzubieten.

Quelle: RP
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