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Hückeswagen
Landfrauen eine Institution seit 40 Jahren

Hückeswagen: Landfrauen eine Institution seit 40 Jahren
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Hückeswagen. Ihr Jubiläum feiern die Hückeswagener Landfrauen am 9. April mit einem Hoftrödel und einer Hofbesichtigung. Seit der Gründung des Ortsvereins hat sich das Angebot stetig erweitert und geht längst über Koch- und Backrezepte hinaus. Von Heike Karsten

Das ist ein Grund zum Feiern: Im März 1976, vor 40 Jahren, gründete sich im Restaurant "Hofgarten" der Ortsverein der Landfrauen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Landfrauen der Schloss-Stadt nicht eigenständig, sondern dem Rhein-Wupper-Kreis, und somit dem Verein Remscheid-Lennep zugeordnet. "Nach der kommunalen Neugliederung wurden wir in den Oberbergischen Kreis eingegliedert und mussten uns daher neu als Verein zusammenfinden", erinnert sich Ilse Rüter, die damals zur Vorsitzenden gewählt wurde und das Amt 17 Jahre lang innehatte.

Mittlerweile sind 40 Jahre vergangen - vieles hat sich verändert, einiges ist geblieben. So zum Beispiel die Sammlung der erprobten Landfrauen-Rezepte. Heute gibt es drei Kochbücher der Hückeswagener Landfrauen, die in alle Welt verschickt worden sind. "Die Kochbücher laufen immer noch", berichtet Vorsitzende Edelgard Schoenfeld vom anhaltenden Erfolg. 1983 war die erste Auflage erschienen. Mit den Einnahmen durch den Verkauf unterstützten die Landfrauen bereits viele örtliche Vereine und Institutionen.

Doch nicht nur darauf können die Landfrauen stolz sein. Der Ortsverein hat derzeit 109 Mitglieder. "Um die Hückeswagener Landfrauen mache ich mir keine Sorgen", versichert Edelgard Schoenfeld. Es gebe viele jüngere Mitglieder, die sich im Verein engagierten. Nur die Positionen der Vorsitzenden in den Ortsvereinen und im Kreisverband seien immer schwerer zu besetzen, da diese Frauen tatsächlich einen landwirtschaftlichen Betrieb haben müssen. Hier haben sich die Zeiten jedoch geändert: Bestanden die Landfrauen in früheren Zeiten tatsächlich nur aus Bäuerinnen, die auf den Höfen tätig waren, so üben die Frauen der Landwirte heute oft einen anderen Beruf aus. "Früher waren die Frauen froh, wenn sie mal raus kamen. Den jungen Frauen von heute bleibt oft durch Beruf, Familie und Hof keine Zeit dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren", sagt die Vorsitzende.

Zeitgemäß ist der Landfrauenverband auch heute noch. "Er spielt eine wichtige Rolle im täglichen Dasein und ist ein starker Verband auf Orts-, Kreis-, Landes- und Bundesebene", betont Ilse Rüter. Die 84-jährige Vereinsgründerin weiß, wovon sie spricht: Sie wurde in die Landwirtschaft hineingeboren und lebt noch auf dem elterlichen Hof in Buchholz, der nun von ihrem Sohn betrieben wird.

Die Landfrauen verstehen sich als Interessenvertretung aller Frauen, die im ländlichen Bereich leben. "Wir haben etwa 60 Prozent Mitglieder, die nicht aus der Landwirtschaft kommen, und es werden immer mehr", sagt Edelgard Schoenfeld.

Die Hückeswagener Landfrauen sind ein lebendiger Verein mit vielen Aktivitäten und Angeboten. Dazu zählen Rücken- und Wirbelsäulengymnastik, Tagesfahrten, Weihnachtsfeiern und Kochabende. Besonders beliebt sind Fahrten zur Bastel- und Kreativmesse "Creativa" in Dortmund, wie auch die Werksbesichtigungen, unter anderem bei Mercedes-Benz, Dr. Oetker, Grafschafter, Teekanne oder Lindt. Ein unvergesslicher Höhepunkt war 1989 die große Modenschau in Zusammenarbeit mit den hiesigen Geschäften und Models aus den eigenen Reihen. Regelmäßig werden Vorträge zu Gesundheitsthemen organisiert. "Das Angebot ist sehr vielseitig und immer auch für Nicht-Mitglieder offen", betont die Vorsitzende.

Jährlich bringen die Landfrauen ein Programmheft für alle Angebote von September bis Juni heraus. "Es ist viel Arbeit, aber es macht auch sehr viel Spaß", versichert Edelgard Schoenfeld. Ein Blick ins Programmheft macht deutlich, dass die Landfrauen für weit mehr stehen als nur für Backen, Kochen und Handarbeiten.

Quelle: RP
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