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Hückeswagen
Langer und steiniger Weg zum Ironman

Hückeswagen: Langer und steiniger Weg zum Ironman
Mit Hightech zum Ironman-Wettkampf in Roth: Das neue Fahrrad von Sven Schäfer wurde an der Sporthochschule Köln für ihn perfekt abgemessen und eingestellt. FOTO: B. Schäfer
Hückeswagen. Der 43-jährige Sven Schäfer wird am Sonntag, 17. Juli, beim Ironman-Triathlon im fränkischen Roth starten. Der Weg vom Volkstriathleten zum Langdistanz-Sportler verlief für den Hückeswagener allerdings nicht immer ganz glatt. Von Heike Karsten

Einen eher ungewöhnlichen Weg vom jugendlichen Triathleten zum stahlharten Langdistanz-Sportler hat der Hückeswagen Sven Schäfer hinter sich. Am 17. Juli geht er beim Ironman in Roth an den Start und will dort die Langdistanz über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen absolvieren. Die Jahre davor hatte der Hückeswagener eine schwere Zeit durchgemacht und komplett mit dem Sport aufgehört. Umso bewundernswerter ist es für viele, wie das ATV-Mitglied seine Kondition mit diszipliniertem, regelmäßigem Training zurückerkämpft hat.

Früh übt sich, wer ein Ironman werden will. Noch gut in Erinnerung ist Sven Schäfer sein erster Triathlon 1988 in Hückeswagen. Damals war er 15 Jahre alt und hochmotiviert. Der Sportler nahm an mehreren Wettkämpfen teil, bis er mit 28 Jahren seinen ersten Ironman absolvierte - ebenfalls in Roth. "Danach hatte ich mein Ziel erreicht und habe schlagartig mit dem Sport aufgehört", erinnert sich Sven Schäfer.

Doch nicht nur das: Statt Sport zu treiben, begann der heute 43-Jährige zu rauchen und regelmäßig Alkohol zu trinken. "Ich bin in einen Teufelskreis gerutscht, bis ich mich 2010 in eine Klinik begeben habe", sagt Schäfer. Seit diesem Tag hat sich das Leben des Hückeswageners um 180 Grad gedreht. Statt Alkohol zu konsumieren, trainiert er wieder regelmäßig und fast täglich. Sein Wecker klingelt bereits um 5.30 Uhr, damit der Hobby-Sportler noch vor der Arbeit als Vertriebsmitarbeiter das Lauftraining absolvieren kann.

Montag- und Mittwochabend ist Schwimmtraining der ATV-Triathlonabteilung, samstags legt er bei den Frühschwimmern im Bürgerbad seine vier Kilometer in Bahnen zurück. ",Fliesenzählen' nennen wir das", berichtet Schäfer schmunzelnd. An den restlichen Abenden wird Fahrrad gefahren. "Man braucht mindestens vier Stunden Zeit am Tag, um alle drei Disziplinen unterzubringen", sagt er.

Die Fahrradtouren können dann auch schon einmal etwas größer ausfallen, wie kürzlich mit den Trainingskollegen Jörg Müller und Robert Langfeld über 150 Kilometer von Leverkusen aus durchs Bergische Land. Allein in diesem Jahr hat der Sportler bereits knapp 1200 Kilometer laufend, 2100 Kilometer mit dem Rad und 120 Kilometer im Wasser zurückgelegt. "Sport ist meine Ersatzdroge geworden", bestätigt der Triathlet. Seine Frau unterstützt ihn dabei. "Ich werde natürlich auch mit nach Roth fahren und ihn beim Wettkampf anfeuern", kündigt Belinda Schäfer an.

Auf seinen zweiten Ironman fühlt sich Sven Schäfer gut vorbereitet. Auch die Ausrüstung stimmt: Der Sportler hat sich ein neues Fahrrad gekauft, das an der Sporthochschule Köln für ihn perfekt abgemessen und eingestellt wurde. Etwa 3400 Triathleten werden mit ihm im fränkischen Roth an den Start gehen. Schäfer hofft auf warmes und trockenes Wetter. Sein Ziel: ins Ziel kommen. "Ich peile eine Zeit von zwölf Stunden an", sagt er. Aufgeben ist für ihn keine Option, immerhin ist ein Startgeld von 450 Euro fällig. Abends möchte das Ehepaar zusammen mit Freunden das abschließende Feuerwerk genießen.

Für die Teilnahme am ATV-Triathlon am 20. August bleibt dem Sportler keine Zeit. Als Mitglied des Orga-Teams ist Schäfer mit anderen Aufgaben ausgelastet. Vorbereitet werden muss beispielsweise auch der Schülertriathlon morgen, Samstag.

Ans Aufhören nach dem Zieleinlauf beim Ironman, so wie im Jahr 2000, denkt Sven Schäfer dieses Mal nicht. "Der Sport gibt mir Kraft", ist er überzeugt. Geplant sind weitere Teilnahmen am Köln-Marathon im Oktober und als Staffel-Mitglied beim Halbmarathon des Röntgen-Laufs in Lennep. Und damit auch seine Frau nicht zu kurz kommt, ist ein Tanzkursus geplant. "Das habe ich ihr versprochen", sagt Schäfer. Und lächelt.

Quelle: RP
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