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Hückeswagen
Leben und handeln im Kinderdorf wie Erwachsene

Hückeswagen. Wenn ein Zwölfjähriger Bürgermeister wird und eine Zehnjährige für ein ganzes Dorf kocht, ist klar: Das Kinderdorf im und am Jugendzentrum ist wieder für zwei Wochen zum Leben erweckt. Das Jugendzentrum unter der Leitung von Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke veranstaltet das beliebte Projekt vom 1. bis zum 12. August, täglich von 10 bis 16 Uhr. Bei dem inklusiven Großprojekt können maximal 150 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren teilnehmen und erste Erfahrungen mit eigenverantwortlichem Handeln und organisatorischen Fähigkeiten machen. Von Markus Plüm

Die ersten beiden "Kinderdörfer" wurden durch Mittel des Landes NRW gefördert, diese Unterstützung fällt in diesem Jahr allerdings weg. Das Team des Jugendzentrums will das Projekt dennoch auf jeden Fall anbieten. Denn besonders bei Kindern mit Handicap, die ein fester Bestandteil der Veranstaltung sind, sei eine besonders positive Entwicklung auf individueller Ebene zu beobachten gewesen, versichern die Veranstalter.

Bei der dritten Auflage des Camps werden die Kinder in mehr als 20 Werkstätten, die jeweils Waren produzieren oder Dienstleistungen erbringen, zum ersten Mal in den unbekannten "Erwachsenen-Alltag" hineinschnuppern. Sie lernen dabei nicht nur den bedachten Umgang mit Geld kennen, sondern werden auch damit konfrontiert, den "Arbeitstag" und ihre Freizeit zu strukturieren und verpflichtende Entscheidungen gegeneinander abwägen zu müssen.

Die Ausübung gesellschaftlicher Rollen wird ebenfalls simuliert. Die Kinder arbeiten in Berufen wie Postbote, Koch, Stadtführer oder Medienexperte, können aber auch als Profi-Sportler zum Star des Dorfes werden. Zudem wird ein Bürgermeister gewählt. Die Verantwortung und Entwicklung des Dorfes liegt allein in der Hand der Kinder. Die Kosten betragen 100 Euro pro Teilnehmer. Anmeldetag ist der 9. April, 10 bis 14 Uhr.

Gesucht werden noch Sponsoren und Helfer. "Für Studenten können wir Praktikums-Bescheinigungen ausstellen", berichtet Poranzke. Ebenso sollten sich Paten melden, die den Beitrag für Kinder aus sozialschwachen oder Flüchtlingsfamilien übernehmen. Auch Familien, die den Beitrag nicht leisten können, sollten sich melden. Poranzke: "Es gibt immer eine Lösung, damit alle Kinder teilnehmen können."

Kontakt Tel. 851056 www.juze-hueck.de/kinderdorf

Quelle: RP
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