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Hückeswagen
Lesung in der Stadtbibliothek: Krimi-Hörspiele mit Live-Charakter

Hückeswagen. Vier Autoren der zweiten bergischen Krimianthologie "Tote und andere Entdeckungen" sind am Freitag zur Lesung in die Schloss-Stadt gekommen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Knapp einen Monat ist die zweite Bergische Krimianthologie "Tote und andere Entdeckungen" nun schon auf dem Büchermarkt. Sie ist der Nachfolger des erfolgreichen ersten Teils, "Morde und andere Gemeinheiten". Die Autoren sind seit der Veröffentlichung noch bis zum Ende des Jahres auf Lesetour durch Oberberg; am Freitagabend waren vier von ihnen - Andreas Wöhl, Daniel Juhr, Oliver Buslau und die Hückeswagenerin Irmgard Hannoschöck - zur Lesung in die Schloss-Stadt gekommen. Sie waren in der Stadtbibliothek an der Friedrichstraße zu Gast und lasen vor 14 Krimifreunden insgesamt drei Geschichten. Das Besondere an dieser Lesung war, dass die vier Autoren ihre Geschichten mit verteilten Rollen lasen. Auf diese Weise hatte der Abend mehr den Charakter eines Live-Hörspiels, denn einer normalen Lesung.

Nach einer kurzen und humorvollen Vorstellungsrunde durch Hannoschöck und Juhr ging es auch direkt schon mit der ersten Geschichte los. Geschrieben hatte "Wicheraths letzter Fall" Oliver Buslau, der den allermeisten im Publikum durch seine Remigius-Rott-Bücher, den Fällen des bergischen Marlowe, bekannt war. Seine Kurzgeschichte spielte in Bergneustadt, es ging um den pensionierten Polizisten Wicherath, der in einem verwobenen, irgendwie schwer zu greifenden Fall immer wieder die Stimme seiner verstorbenen Frau Klara hört, die ihn sirenenhaft zu sich lotst. Buslau las seine Geschichte leidenschaftlich, gestikulierte dabei und war ganz im Thema versunken, während Hannoschöck die Rolle der Klara übernahm und so für den ersten Eindruck des schon erwähnten Hörspielcharakters am Abend sorgte.

Die zweite Geschichte hatte Wöhl geschrieben, sie hieß "Süße Versuchung" und spielte in Engelskirchen. Auch hier war Hannoschöck wieder mit von der Partie - "jetzt bin ich die Frau des nächsten", sagte die Hückeswagenerin schmunzelnd. Auch Juhr übernahm eine Rolle in der Groteske um eine ganze Menge Ameisen, eine Mandel und andere Leckereien sowie die Auswirkungen der Insekten auf eine langjährige Ehe. Die Geschichte war in der Tat humorvoller als Buslaus sehr düsterer und ernster Auftakt und sorgte für einiges Schmunzeln und Gelächter im Publikum, vor allem dann, wenn Hannoschöck herrlich genervt immer wieder ein klagendes "Geeerd" in Richtung ihres "Mannes" Daniel Juhr verlauten ließ.

Nach der Pause ging es dann tatsächlich noch grotesker weiter. Und es ging in die Schloss-Stadt, nämlich mit Juhrs Geschichte "Pommes mit Ketchup", deren überzeichnete Handlung von allen vier Autoren zugleich wunderbar lebendig dargeboten wurde. Die rasant geschriebene Story um Edgar, Fritz und Paul, der mit der Brust in einer Mistgabel landet, fesselte in ihrer durchaus anarchistisch-bösartigen Lesart, wenngleich man sich das Lachen über die beiden Tollpatsche und ihre Leichenentsorgungsaktion zwischen Rosengarten und Wupperauen kaum verbeißen konnte.

Quelle: RP
 
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