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Hückeswagen
Lösung für Fledermaus-Tunnel

Hückeswagen. Der Naturschutz und die Behörden sind sich einig geworden: Es gibt eine technische Lösung, wie der Höhsieper Tunnel als Teil des Radweges genutzt werden und trotzdem Winterquartier für Fledermäuse bleiben kann. Von Brigitte Neuschäfer

Die Kuh scheint vom Eis: Der neue Radweg auf der alten Bahntrasse kann auf Hückeswagener Stadtgebiet durch den Höhsieper Tunnel geführt werden, ohne dass Natur- und Artenschutz verletzt würden. Das war Ergebnis eines neuerlichen Abstimmungsgespräches zwischen Mitarbeitern der Stadt, der Landschaftsbehörde beim Kreis und Vertretern des ehrenamtlichen Naturschutzes.

Bauamtsleiter Andreas Schröder bestätigte gestern auf Anfrage der BM: "Wir sind in dem Gespräch den entscheidenden Schritt weitergekommen. Wir haben jetzt eine technische Lösung für das Problem, Freizeitspaß und Fledermäuse im Tunnel unter einen Hut zu bringen." Ein Ingenieurbüro habe bereits begonnen, die technischen Details dieser Lösung auszuarbeiten.

"Wandschrank" als Winterquartier

Nach den langen Diskussionen im Vorfeld erscheint sie einfach: Es wird keine abgehängte zweite Tunneldecke geben, wie anfangs im Gespräch, sondern eine zweite, vorgezogene Längswand auf einer Seite des Tunnels. Eingebaut werden Einflugschneisen, durch die die Fledermäuse in den geschützen Raum zwischen beiden Wänden kommen, um dort ihre Winterquartiere zu beziehen.

Dieser "Wandschrank" wird so breit sein, dass ein Mensch durchgehen kann, zum Beispiel ein Naturschutz-Fachmann, der die Fledermaus-Population dokumentieren will. Ein öffentlicher Gehweg zwischen Tunnelaußen- und -innenwand ist der schmale Pfad nicht, schließlich soll gewährleistet sein, dass die Fledermäuse ungestört bleiben.

Derweil laufen die Asphaltierungsarbeiten auf dem neuen Radweg-Abschnitt zwischen Hückeswagen und Bergisch Born bereits. In Dörpe hat die Firma Dohrmann ihr Baulager eingerichtet. Vor und hinter dem Tunnel kann der Radweg in diesem Jahr fertig gebaut werden – nicht aber das Stück im Tunnel.

Grund: Die Stadt hat noch keinen genehmigten Haushalt. "Wir können derzeit keine Bauarbeiten ausschreiben oder Aufträge vergeben", bestätigte Schröder gestern. Vor den Sommerferien wird sich an dieser Situation auch nicht ändern. Und danach wird die Zeit bis zum Winteranfang zu knapp für Ausschreibung, Auftragsvergabe und die Bauarbeiten selbst. Schröder: "Realistisch ist ein Baubeginn im Höhsieper Tunnel ab April 2012." Bis dahin sollte die Trasse vor und hinterm Tunnel längst fertig sein.

 

Quelle: RP
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