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Hückeswagen
Magna schließt Werk in Hückeswagen

Hückeswagen: Magna schließt Werk in Hückeswagen
FOTO: Hertgen Nico
Hückeswagen. Das Magna-Management hat in einer Info-Veranstaltung der Belegschaft mitgeteilt, dass das Werk Powertrain in Scheideweg zum 31. März 2018 geschlossen wird. Damit bewahrheiten sich die Gerüchte, die im April aufgetreten sind. Von Wolfgang Scholl und Henning Rasche

Marko Röhrig, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Remscheid-Solingen, informierte gestern am frühen Abend über die geplante Schließung des Werks von Magna Powertrain in Hückeswagen. Vertreter von Magna hätten bei einer Betriebsversammlung mitgeteilt, dass die Anlagen zum 31. März 2018 an andere Standorte verlagert werden.

"Es stimmt, die Belegschaft wurde am Dienstag informiert", bestätigte Rej Husetovic, Sprecher von Magna International, auf Anfrage unserer Redaktion. Nach sorgfältigen Prüfungen über mehrere Monate hinweg habe man festgestellt, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nicht erwiesen habe. Der Betriebsrat sei über alle Schritte stets informiert worden. Mit dem Personal führe das Management Verhandlungen über die Zukunft, sagte Husetovic. "Laufende Verhandlungen möchten wir öffentlich nicht kommentieren", sagte er.

Das Unternehmen Magna Powertrain steht vor der Schließung. Ende März 2018 sollen die Tore endgültig geschlossen werden. FOTO: Jürgen Moll

Magna Powertrain ist mit zurzeit 264 Mitarbeitern (plus 50 Entwickler) nach Klingelnberg der zweitgrößte Arbeitgeber. Wenn es um Vakuum- und Getriebepumpen für Autos in aller Welt geht, kommen die Hersteller nicht an Magna vorbei. Das kanadisch-österreichische Unternehmen hatte Ende 2012 den Automobilzulieferer ixetic gekauft. Pro Jahr stellt die Firma mehr als zehn Millionen Pumpen her. Gerüchte über eine Schließung gibt es seit längerem. Im April hieß es, dass ein Zukunftskonzept für den Standort erarbeitet werden soll. Eine erste Analysephase zur wirtschaftlichen Lage sei abgeschlossen, berichtete die IG Metall im September. Laut Arbeitnehmervertretung wäre die Wirtschaftlichkeit bis 2020 gesichert - auch durch mögliche Kosteneinsparungen am Standort.

Mit der jetzigen Entscheidung bangen 260 Mitarbeiter um ihre Existenzen. Schon in der Vergangenheit habe die Belegschaft bei Magna zweimal einen Interessenausgleich und Sozialplan ertragen müssen. Da die Teilefertigung am Standort Industriestraße nicht mehr kostengünstig war, wurde sie nach Bulgarien ausgelagert. Danach ließ Dr. Nippel (ehemaliger Geschäftsführer) laut Röhrig noch verlauten: "Das hat den Standort gebeutelt, aber auch die Neuausrichtung ermöglicht und das Fundament für einen jetzt wieder sehr erfolgreichen und profitablen Standort gesorgt." Er bezeichnete die Situation als "gesund und gut", die Mitarbeiter würden zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

"Tatsächlich hat der Standort noch nie solche Gewinne erwirtschaftet wie heute. Hier wird also ein profitabler Standort zugunsten der Anteilseigner und anderer Standorte kaputt gerechnet", berichtete Röhrig weiter. Dieses rücksichtslose Vorgehen auf Kosten der Beschäftigten sei völlig inakzeptabel. Darum arbeite der Betriebsrat jetzt mit Hochdruck in Zusammenarbeit mit seinen Sachverständigen und Vertretern der IG Metall an der Erstellung eines Alternativszenarios. Dieses oll den Vertretern des Arbeitgebers am 21. November vorgestellt werden.

Quelle: RP
 
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