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Hückeswagen
Mangelndes Engagement für Spielplatz-Pflege

Hückeswagen: Mangelndes Engagement für Spielplatz-Pflege
Diese Kletterburg hatten Claudia Bauer, Jennifer Breckerfeld und Olga Leonard neu gestrichen. Den Knirpsen des Awo-Kindergarten gefällt's. FOTO: J. Moll
Hückeswagen. Claudia Bauer hat mit zwei weiteren Müttern auf dem Dierl ein Spielgerät gestrichen. Mehr kamen nicht. Von Wolfgang Weitzdörfer

Leander und Luis kletterten munter auf der großen Kletterburg im Sandkasten des Spielplatzes auf dem Dierl herum. Mit dabei waren noch weitere Knirpse des nahe gelegenen Awo-Familienzentrums. Die einen schaukelten, die anderen liefen über den Gurtsteg - eines der Spielgeräte, die vor zwei Jahren unter anderem dank der Fanta-Spielplatzinitiative angeschafft werden konnten. Claudia Bauer, die Mutter von Leander und Luis, war damals federführend daran beteiligt, dass der größte Spielplatz der Schloss-Stadt um diese Attraktion reicher wurde. Mitten unter den vielen Kindern stand Bürgermeister Dietmar Persian: "Ich bin heute hier, um Claudia Bauer danke zu sagen."

Denn die Mutter und Anwohnerin der Siedlung kümmere sich rührend ehrenamtlich um die Instandhaltung des Spielplatzes, sagte Persian: "Vor drei Wochen hat sie zusammen mit anderen Müttern die Kletterburg neu gestrichen." So funktioniere das Zusammenleben am besten, ergänzte der Bürgermeister - nämlich dann, wenn die Anwohner und Nutzer von Spielanlagen mit ein Auge auf deren Zustand hätten. "Es geht eben auch darum, mit anzupacken und nicht nur zu wünschen und zu fordern", betonte Persian.

Genau hier liege indes der Hase im Pfeffer, ließ Claudia Bauer durchblicken: "Ich hätte mir für die Streichaktion schon sehr viel mehr Beteiligung der anderen Eltern hier vom Dierl gewünscht." Von den rund 50 Nachbarn, die sie angesprochen hatte, hätten sich letztlich mit Jennifer Breckerfeld und Olga Leonard lediglich zwei weitere Mütter gefunden, die mitzuhelfen bereit gewesen waren. Zwei Väter, Erik Fuhrmann und Manuel Pfeiffer, arbeiteten ebenfalls zumindest stundenweise mit. "Das finde ich sehr schade, dass bei mehreren möglichen Streichterminen nur so wenige mitmachten", sagte Claudia Bauer.

FOTO: Hertgen Nico

Ihr gehe es allgemein um die Solidarität in der Schloss-Stadt, die ihrer Meinung nach immer mehr nachlasse: "Dabei könnte jeder ein bisschen mitmachen: Wenn etwa das Gras in den Sandkasten hineinwächst - dann kann man das doch rauszupfen, während die Kinder daneben spielen", schlug die Mutter vor. Persian sah das zwar insgesamt nicht so pessimistisch, stimmte der Mutter jedoch zu: "Das gilt nicht nur für den Spielplatz, das gilt für das ganze Miteinander in der Nachbarschaft."

Ebenfalls mehr Engagement wünscht sich die Mutter von Hundebesitzern: "Es kommt leider recht häufig vor, dass wir am Vormittag in der Wiese oder im Sandkasten Hundehaufen vorfinden. Das ist einfach nur eklig." Persian stimmte ihr auch hier zu: "Es ist eine Ordnungswidrigkeit, wenn Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entsorgen. Jeder Hundebesitzer ist dazu verpflichtet, und wenn er erwischt wird, gibt's ein Bußgeld." Abgesehen davon, sagte der Bürgermeister weiter, gehöre sich ein solches Verhalten einfach nicht - gerade auch auf Spielplätzen.

Quelle: RP
 
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