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Großveranstaltung in Hückeswagen
Mehr Sicherheitspräsenz zur Bierbörse

Großveranstaltung in Hückeswagen: Mehr Sicherheitspräsenz zur Bierbörse
Zerstörtes Seitenfenster eines an der Kölner Straße abgestellten Autos - vor allem hier hatten die Unbekannten gewütet. FOTO: Junginger
Hückeswagen. Die Vorkommnisse vom Bierbörse-Wochenende Anfang April standen in dieser Woche im Mittelpunkt der Nachbesprechung der Großveranstaltung. Konsequenz aus dem Vandalismus wird sein, dass 2018 mehr Sicherheitskräfte präsent sein werden. Von Stephan Büllesbach

Den ersten Mai-Sonntag behält Oliver Junginger nicht in guter Erinnerung. Weniger, dass der Anwohner der Kölner Straße bereits gegen 7.30 Uhr von Nachbarn aus dem Bett geklingelt worden war mit dem Hinweis, dass draußen randaliert und die Polizei bereits gerufen wurde. Vielmehr war es der Schaden an seinem Neuwagen, den nachts zuvor Unbekannte verursacht hatten. Mit einem Stein war auf eine Scheibe des am Straßenrand geparkten Autos eingeschlagen worden. "Der laut Polizei gleiche Stein landete beim Nachbarn in der Scheibe der Fahrertür und lag noch im Auto", berichtet Junginger.

Eine Schneise der Verwüstung hatten Unbekannte am ersten Mai-Wochenende in der Stadt hinterlassen: sieben beschädigte Autos, ein umgeworfenes Schild und eine abgerissene Türklingel. In den Tagen und Wochen zuvor waren eine Friedhofsmauer und Buswartehäuschen mit Graffiti beschmiert und die Wegweiser am neuen Kreisverkehr in Wiehagen mutwillig demoliert worden (die BM berichtete). Seitdem ist es allerdings ruhig geworden.

Michael Kirch, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, hat den Vandalismus zu seinem Missfallen wohl registriert. Im Gespräch mit unserer Redaktion macht er aber auch deutlich, dass er nicht in Zusammenhang mit der Bierbörse stand. "Die war wieder eine runde Veranstaltung", sagt er. Er geht jedoch davon aus, dass der Gewaltexzess gegen das Eigentum anderer an diesem Wochenende womöglich ausgeblieben wäre, hätte es die Veranstaltung nicht gegeben. So hatten sich laut Kirch in den Wupperauen etwa 150 Jugendliche und junge Erwachsene zusammengefunden, wovon der Großteil von auswärts gewesen sei. Alkohol habe dort eine große Rolle gespielt, denn den hätten sie in den umliegenden Supermärkten gekauft. Ob sich in dieser Gruppe auch die Randalierer befunden haben, kann der Leiter Ordnung und Soziales bei der Stadt nicht sagen. Die Täter wurden bislang nicht ermittelt, bestätigt Polizei-Sprecher Michael Tietze.

Hier ist nun ein Punkt, an dem die Sicherheitskräfte im nächsten Jahr ansetzen wollen, wie die Stadt, der Veranstalter und die Polizei jetzt bei der Nachbesprechung zur 7. Bierbörse festgelegt haben. Kirch: "Wir sind bereits in Gesprächen mit den Supermärkten." Ähnlich wie in Wipperfürth, wo an Weiberfastnacht die Supermärkte schon mittags schließen, wollen die Verantwortlichen in Hückeswagen zwar nicht vorgehen. Aber Kirch könnte sich vorstellen, dass etwa der Rewe-Markt am Etapler Platz am Bierbörse-Wochenende 4. bis 6. Mai 2018 statt um 22 schon um 20 Uhr schließt. Damit wäre der Alkohol-Nachschub beschnitten. "Für das Altstadtfest können wir uns Ähnliches vorstellen", sagt er.

Eine weitere Präventivmaßnahme für die Bierbörse 2018 wird sein, dass die Mitarbeiter von Ordnungsamt und des Sicherheitsdienstes eine deutlich größere Präsenz zeigen. Das soll nicht nur zu den Öffnungszeiten der Veranstaltung gelten, sondern auch in den Nachtstunden. Die Stadt erhofft sich durch die Streifgänge, einen Vandalismus wie in diesem Jahr zu unterbinden. "Beim Sicherheitsgespräch im Vorfeld der Bierbörse 2018 kommt das Thema auch noch einmal aufs Tapet", verspricht Michael Kirch.

Oliver Junginger ist entsetzt über das Verhalten der Rowdys: "Es ist wirklich unfassbar, dass es Leute gibt, deren Hemmschwelle so tief gesunken ist. Beim nächsten Fest in Hückeswagen muss man wohl eine Bürgerwehr aufstellen, die dann Streife geht."

Quelle: RP
 
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