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Bergische Wanderwoche
Mensch und Hund auf "Rudel-Tour" durch die Natur

Hückeswagen. HÜCKESWAGEN Es ist offensichtlich: Boomer und Nogger kennen sich schon länger - und sie mögen sich. Die Begrüßung zwischen dem weißen Golden Doodle und dem etwas kleineren brau-grauen Labrador fällt stürmisch aus. Sie rennen aufeinander zu, liegen bald danach in einer Art spielerischem Ringkampf beide am Boden. Nogger knurrt leise, aber wirklich bedrohlich hört sich das nicht an. Sieben andere Hunde schauen interessiert zu, die Menschen am anderen Ende der Leinen ebenfalls. Beunruhigt ist keiner, denn allen ist klar: Hier wird kein aggressiver Streit ausgetragen, der blutig enden könnte. Hier messen nur zwei junge Rüden im Übermut freudig ihre Kräfte. Danach ist viel Auslauf angesagt, denn an diesem Montagabend steht eine gemeinsame Wanderung von Mensch und Hund auf dem Programm.

Das passt für beide, haben doch Zweibeiner wie Vierbeiner eines

gemeinsam: Sie sind ihrer Natur nach soziale Rudeltiere, glücklicher in der Gemeinschaft als alleine. Die Gemeinschaft auch mit Artgenossen bietet nun die gemeinsame Abendtour. Sie ist ein Programmpunkt im Rahmen der derzeit laufenden Bergischen Wanderwoche, die Heike Rösner als Tourismusbeauftragte der Stadt organisiert hat.

Die Mensch-Hunde-Wanderung führte am Montagabend über eine Strecke von etwa fünf Kilometern durch ein Waldgebiet nahe der Wupper-Vorsperre. Gabi Wienert, die Besitzerin von Boomer, hat sie so ausgewählt, dass die Hunde zwischendurch auf einer Wiese abgeleint werden können, um sich frei auszutoben. "Danach sind sie so ausgelastet und zufrieden, wie wir es mit einem normalen Spaziergang gar nicht erreichen könnten", sagt sie. Das bestätigen auch die anderen Hundehalter, die sich, wie Wienert, regelmäßig donnerstags mit ihren Vierbeinern auf der Hundewiese in der Wupperaue zum gemeinsamen Spiel treffen und nun auch an der Wanderung teilnehmen. Ein positiver Nebeneffekt: Die Hunde erziehen sich dabei gegenseitig. So, wie sie es in einem natürlichen Hunde-Rudel ohne Mensch tun würden, weil die Rudel-Ordnung ausschlaggebend ist fürs Überleben. Und diese gegenseitige Erziehung bringe mehr für ein gutes Sozialverhalten der Tiere als der Einfluss des Menschen, ist Gabi Wienert überzeugt.

Boomer bellt kurz wie zur Bestätigung - und wendet sich wieder seinem Freund Nogger zu. Sie werden, wie auch die anderen sieben Hunde, die am Montagabend dabei sind, später als vierbeiniger Teil ihres menschlichen Rudels erschöpft von einem tierisch-schönen Erlebnis in ihren jeweiligen Körbchen einschlafen - und vermutlich von ihrem glücklichen Hundeleben träumen.

BRIGITTE NEUSCHÄFER

Quelle: RP
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