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Hückeswagen
Mieter zahlte nicht und landet wegen Betrugs vor Gericht

Hückeswagen. Im Dezember des vorherigen Jahres hatte ein damals 20-Jähriger gemeinsam mit einem Freund den Mietvertrag für eine Wohnung im Außenbereich von Hückeswagen unterschrieben. Wenige Tage später zogen die beiden jungen Männer ein - und blieben fünf Monate lang im Haus ihrer Vermieter, eines älteren Ehepaares, ohne auch nur einen Cent dafür zu bezahlen. Von Brigitte Neuschäfer

Im Mai wurde die Wohnung schließlich geräumt, nachdem das Ehepaar eine Rechtsanwältin eingeschaltet hatte. Der inzwischen 21-Jährige musste sich nun vor dem Strafrichter in Wipperfürth verantworten. Der Anklage-Vorwurf: Betrug.

Der Angeklagte habe von Anfang an gewusst, dass er die Miete für die Wohnung, 500 Euro im Monat, nicht würde bezahlen können, sagte die Staatsanwältin im Strafverfahren: "Sie hatten bei Abschluss des Mietvertrages nicht die Absicht zu zahlen, und sie konnten es auch nicht." Damit sei der Straftatbestand des Betrugs erfüllt.

Dem widersprach der junge Angeklagte nicht. Er nahm von seinem Recht, vor Gericht nicht auszusagen, Gebrauch und schwieg überwiegend. Dabei schien ihm nicht wirklich klar zu sein, was ihm strafrechtlich zur Last gelegt wurde. Die Anklage habe er nicht verstanden, sagte er eingangs auf Nachfragen des Richters. Scheinbar teilnahmslos verfolgte der 21-Jährige, der als ungelernter Leiharbeiter ohne Schulabschluss nur ein geringes Einkommen hat, die Aussagen des als Zeugen geladenen Ehepaars, das ihm und dem Freund seinerzeit die Wohnung im eigenen Haus vermietet hatte. Dies im guten Glauben, zuverlässige Mieter gefunden zu haben. "Die beiden machten doch einen ganz ordentlichen Eindruck", sagte der Hückeswagener im Zeugenstand. Deswegen hatten die Vermieter auch vor dem Einzug keine Kaution verlangt. "Das haben wir bis dahin nie gemacht, jetzt sind wir klüger geworden."

Ob auch sein Ex-Mieter klüger geworden ist durch das Strafverfahren, bleibt abzuwarten. Das Gericht billigte ihm aufgrund einer "Reifeverzögerung" eine Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht zu. Der Richter sprach wegen des Betrugs eine Verwarnung aus, verbunden mit einer Geldbuße in Höhe von 500 Euro, die an den Tierschutzverein in Wipperfürth zu zahlen ist.

Ob auch die ehemaligen Vermieter des 21-Jährigen jemals ihr Geld bekommen werden, ist offen. Das von ihnen angestrengte zivilrechtliche Verfahren gegen den jungen Mann, der inzwischen in der Wohnung seines Bruders lebt, läuft jedenfalls. Bislang hat er noch nicht einen Euro der rückständigen Miete gezahlt.

Der Hückeswagener erklärte sich mit dem Urteil einverstanden, damit ist es rechtskräftig.

Quelle: RP
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