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Hückeswagen
Mit viel Kraft im Einsatz für die Tierlein

Hückeswagen: Mit viel Kraft im Einsatz für die Tierlein
Ein Leben für den Tierschutz: Magda Ditges feiert heute ihren 80. Geburtstag - mit Familie, Freunden, Wegbegleitern und natürlich den Tieren. FOTO: J. moll
Hückeswagen. Fast 30 Jahre hielt sie die Fäden im Tierheim in Wermelskirchen zusammen, sah sich zuweilen großer Kritik ausgesetzt und verschrieb sich doch mit Leib und Seele dem Wohl der Tiere: Heute feiert Magda Ditges ihren 80. Geburtstag. Von Theresa Demski

Eigentlich begann es schon damals in ihrer Heimat am Rande des Glatzer Berglands. Die junge Magda war drei Jahre, und manchmal fischten die Nachbarskinder die Egel aus dem Wasser, um sie austrocknen zu lassen. Die Tiere lagen auf der Brücke und warteten auf ihren Tod. Kaum waren die Jugendlichen verschwunden, schubste sie die Egel ins Wasser. "Das sind keine Kuscheltiere", sagt Magda Ditges, "aber irgendwie hatte ich schon damals diese Achtung vor jedem Leben." Das liege ihr vielleicht im Blut, weil auch ihre Eltern und ihr Großvater dieses Gefühl gegenüber Tieren hatten. Tierschutz sei für sie nie eine Frage gewesen.

Heute wird Magda Ditges 80. Seit ihrer Jugend lebt sie in Hückeswagen, dem Tierschutz hat sie vor langer Zeit ihr Leben verschrieben. Während sie tagsüber als Architektin und Bauleiterin in Köln und Lennep arbeitete, widmete sie sich nach Feierabend den Tieren. "Ich bin seit einem halben Jahrhundert Mitglied im Tierschutzverein", sagt sie. Fast ebenso lange ernährt sie sich vegetarisch. "Das wird nur manchmal zuhause etwa mühsam, weil ich doppelt kochen muss", sagt sie und lacht.

Bevor Magda Ditges 1988 den Vorstandsposten im Tierschutzverein in Wermelskirchen, der auch für Hückeswagen zuständig ist, übernahm und damit ebenso die Fäden im Tierheim, sammelte sie auf überregionaler Ebene Erfahrungen. "Aber irgendwann dachte ich: Dann engagiere Dich auch vor Ort", erinnert sie sich.

20 Jahre saß sie bei Jahreshauptversammlungen des Tierschutzvereins im Publikum, bis Ursula Stuertz ihr Ende der 1980er Jahre die große Frage stellte. "Ditges, packst Du es an?", habe sie sich damals selbst gefragt. Und sie packte es an. "Allerdings war es am Anfang eine Katastrophe", erzählt sie. Futter und Wasser in Trögen waren gefroren, als sie das Tierheim besuchte. Die Tiere lebten in Zwingern, die Einrichtung war heruntergekommen. "Es war ein langer Weg", sagt Magda Ditges. Viele Mitstreiter, engagierte Sponsoren und keine freie Minute für die Vorsitzende. Zweimal im Jahr fuhr sie in die Schweizer Berge und kam mit neuer Kraft zurück.

Dann ging sie in die Öffentlichkeit, sammelte Spenden, informierte beim Weihnachtsmarkt. 28 Jahre später übergab Magda Ditges die Vereinsführung: Statt 136 Mitgliedern zählte der Verein 800, aus den 25.000 Mark Schulden war ein gesunder Kassenstand geworden, die Hunde lebten im Rudel. 4500 Tiere hatte der Verein aus dem Labor gerettet, Katzen, Hunde und Kleintiere aufgenommen und viele vermittelt.

Vor allem bei der Tiervermittlung stieß Magda Ditges auf Kritik: Ihre Maßstäbe seien zu hoch, sie wolle gar keine Tiere abgeben, hieß es häufig. "Ich wusste, was man an mir kritisiert", sagt sie, "und das war ein Kompliment." Es hätte sie getroffen, wenn jemand behauptet hätte, dass sie ein Tierlein im Stich gelassen habe. "Aber stattdessen wurde ich für mein Verantwortungsbewusstsein kritisiert", sagt sie. Das hielt sie aus.

Inzwischen hat sie sich aus dem Vereinsleben zurückgezogen und widmet sich ihren Katzen. Jeden Tag macht sie sich auf den Weg, um herrenlose Streuner zu versorgen.

Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag - mit Familie, Freunden, Wegbegleitern. Und mit ihren Tierlein.

Quelle: RP
 
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