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Hückeswagen
Montanusschule kann zumindest für ein Jahr weiterbestehen

Hückeswagen. Die neue Eingangsklasse an der Hauptschule scheint gesichert. Zwar wurde ein Kind zu wenig angemeldet, die Schulrätin geht aber von der Genehmigung aus. Von Brigitte Neuschäfer

Die Verantwortlichen im Rathaus geben sich "sehr optimistisch". Ulla Barth, Schulrätin für den Oberbergischen Kreis, ist in gleicher Sache ein Stück weiter - und sich sicher: "Für mich steht fest, dass nach den Sommerferien eine neue Eingangsklasse an der Hauptschule gebildet wird." Das sagte sie am Dienstagabend im Schulausschuss.

Inzwischen sind 17 Kinder zum neuen Schuljahr an der Montanusschule für die Klasse 5 angemeldet worden. Eigentlich müssten es mindestens 18 sein, damit eine neue Eingangsklasse genehmigt wird. Barth hat dennoch keine Zweifel, dass das in Hückeswagen der Fall sein wird: "Wenn eine Schule so nahe an der magischen Zahl 18 ist, dann geht die neue Klasse auch mit Genehmigung der Bezirksregierung an den Start."

Das bedeutet dann zugleich den Fortbestand der Schule, jedenfalls ist er für ein weiteres Jahr gesichert. Ohne neue Eingangsklasse würde sie auslaufen. Dieses Problem hat die Nachbarstadt Radevormwald, wo schon 2015 die Anmeldezahlen zu gering waren. Damit ist die Hauptschule dort zum Auslauf- und parallel dazu die neue, im August startende Sekundarschule zum Zukunftsmodell geworden.

Weit entfernt von den Existenzsorgen der Hauptschulen im Land ist die Realschule, jedenfalls in Hückeswagen. An ihr wurden für das neue Schuljahr 59 Kinder angemeldet. Schulleiterin Christiane Klur wird drei Eingangsklassen bilden: "In Klassen mit 30 Kindern könnten wir den Schülern nicht mehr gerecht werden", unterstrich sie im Ausschuss. Im Blick habe die Schule außerdem die weiterhin zu erwartenden Zuzüge von Flüchtlingsfamilien.

Sicher ist außerdem, dass die Klassen später noch anwachsen werden. Denn viele Kinder, die nach der Grundschulzeit aufs Gymnasium gehen - oft trotz anderer Empfehlung der Schule - wechseln schon in der Erprobungsstufe auf die Realschule. Von der Realschule wiederum gehen einige ab an die Hauptschule. Dass dieser Schulwechsel keine seltene Ausnahme ist, belegte Hauptschulleiter Gerd Püschel anhand von Zahlen: "Unser achtes Schuljahr ist seinerzeit mit 18 Schülern gestartet, heute sind es 52 Kinder, also zwei große Klassen."

Grund für den vielfachen Schulwechsel seien "zunehmend beratungsresistente Eltern", beklagte Püschel. Sie wollten unbedingt, dass ihr Kind das Gymnasium, mindestens aber die Realschule besucht, auch wenn die Kinder die Voraussetzungen dafür nicht mitbrächten. In solchen Fällen quälten sich die Kinder durch den Unterricht einer Schule, an der sie letztlich versagten und darüber oft jede Lernmotivation verlören.

Christiane Klur bestätigte das. Das Fazit der Realschulleiterin: "Wir bekommen in jedem Jahr etwa so viele Kinder vom Gymnasium zurück, wie wir unsererseits an die Hauptschule abgeben."

Quelle: RP
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