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Hückeswagen
Mord, Totschlag und andere Gemeinheiten

Hückeswagen: Mord, Totschlag und andere Gemeinheiten
Daniel Juhr (Autor und Verleger), Elena Broch und Autorin Christine Kuala (Autorin) präsentieren das neue Buch. FOTO: Wolfgang Weitzdörfer
Hückeswagen. Der dritte und letzte Teil der bergischen Krimianthologie ist ab Freitag im Buchhandel erhältlich. Auch die Schloss-Stadt ist in "Verbrechen und andere Leidenschaften" Schauplatz einer "schaurig-schönen Geschichte". Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Oberbergische funktioniert wunderbar als Kulisse für Morde, Verbrechen und andere abseitige Machenschaften. Das hat die Autorengruppe "Die Schreibweisen" rund um Verleger und Autor Daniel Juhr aus Wipperfürth vor zwei Jahren klar erkannt: "Wir haben 2015 mit dem ersten Band 'Morde und andere Gemeinheiten' einen Versuchsballon gestartet. Und der war schon zum Weihnachtsgeschäft in erster Auflage ausverkauft, so dass wir nachdrucken mussten", sagt Juhr anlässlich der Vorstellung des dritten Bandes "Verbrechen und andere Leidenschaften" gestern Vormittag.

Dabei war zunächst gar keine Trilogie geplant, wie Juhr ausführt: "Nach dem Erfolg des ersten Bandes, dem dann 2016 'Tote und andere Entdeckungen' folgte, haben wir beschlossen, die Trilogie mit dem dritten Band komplett zu machen." Von den ersten beiden Anthologien sind rund 3000 Bücher verkauft worden: "Das ist für ein reines Regionalbuch durchaus sehr ordentlich", bilanziert Juhr. In "Verbrechen und andere Leidenschaften" gibt es wieder 13 "schaurig-schöne Geschichten aus dem Oberbergischen", erzählt werden sie von den acht Autoren Oliver Buslau, Irmgard Hannoschöck, Daniel Juhr, Christine Kaula, Daniel Kohlhaas, Martin Kuchejda, Michael Schreckenberg und Andreas Wöhl.

Keine Frage - Regionalkrimis boomen nach wie vor: "Wir wollen auch auf jeden Fall in diese Richtung weiterarbeiten. Aber mit den Krimianthologien ist jetzt erst einmal Schluss, das Thema Kurzgeschichten soll nicht ausgelutscht werden", sagt Juhr. Er könne sich aber durchaus einen Export des bergischen Mordens ins Umland vorstellen: "Schließlich funktioniert der Allgäu-Krimi an der Nordsee, und auch hier wird etwa der Eifel-Krimi sehr gerne gelesen. Warum also soll nicht auch der Bergische Krimi außerhalb der Region funktionieren?"

Die 13 neuen Geschichten spielen unter anderem in Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth, Lindlar, Reichshof, Waldbröl oder Morsbach. Und es wird nicht nur konventionell gemeuchelt, wie Juhr erzählt: "Dieses Mal gibt es keine Rahmenhandlung mehr, wie das bei den beiden Vorgängerbüchern der Fall gewesen ist. Dafür haben wir unsere Autoren thematisch ins Übersinnliche gehen lassen." Der Schauer wird dieses Mal also auch durch Geister oder plötzlich bellende Ehefrauen verursacht: "Natürlich geht es dabei auch mal schräg zu, aber das haben wir bewusst so gelassen. Es ist gar nicht schlimm, wenn nicht allen Lesern alle Geschichten gleich gut gefallen", sagt Juhr. Dabei habe man sich durchaus gefragt, wie schräg es tatsächlich werden darf. "Den Autoren wurden dazu aber keine Schranken auferlegt", betont Juhr.

Ein besonderes "Zückerchen", wie Juhr es schmunzelnd nennt, gibt es für treue Anthologie-Leser obendrein: "Wir haben jede Menge Querverweise in die neuen Geschichten eingebaut. Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, wird bestimmt Personen oder Örtlichkeiten wieder erkennen, die bereits früher einer Rolle gespielt haben", sagt Juhr. Natürlich könne man die Geschichten im dritten Band aber auch problemlos als eigenständige Erzählungen lesen.

Auch für "Verbrechen und andere Leidenschaften" geht es wieder auf Lesereise. "Allerdings nicht so ausführlich wie für die anderen Bücher", sagt Juhr. Man habe sich quasi ein Best-of der bisherigen Leseorte herausgesucht: "So etwa in Egen 4 in Wipperfürth, da war die Stimmung immer sehr gut", sagt Juhr. Los geht es am Freitag in Gummersbach. Die Termine werden im nächsten Jahr fortgesetzt. Ebenfalls für das Jahr 2018 ist ein Hörbuch geplant: "Dafür nehmen wir gerade in einem Studio im Westerwald etwa 13 bis 15 Geschichten aus allen drei Bändern auf." Das Hörbuch soll im Frühjahr herauskommen. Bei derartig vielen Aktivitäten glaubt man Juhr aufs Wort, wenn er sagt: "Uns gehen die Ideen keineswegs aus..."

Quelle: RP
 
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