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Hückeswagen
Motorradfahrer im Visier der Polizei

Hückeswagen: Motorradfahrer im Visier der Polizei
Das Bergische Land (hier eine Straße bei Altenberg) ist ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer. Anwohner sind genervt vom Lärm. In Hückeswagen sind die Zweiradfahrer vor allen an der Bever und an der B 237 unterwegs. FOTO: SCHÜTZ (ARCHIV)
Hückeswagen. Für Biker scheint Hückeswagen ein Nadelöhr ins Bergische Land zu sein. Anwohner leiden unter dem Motorenlärm. Von Jessica Balleer

Eigentlich ist die Uelfe-Wuppertal-Straße in der Nachbarstadt Radevormwald ein idyllischer Ort. Hier am nördlichen Stadtrand erstreckt sich das Uelfetal mit seinen Nebentälern. Doch die Region ist nicht nur ein Geheimtipp für Naturbegeisterte. Seit Jahren beobachten Anwohner immer mehr Motorradfahrer, die die Straße als Nadelöhr in das Bergische Land nutzen. Nicht nur die Unfallzahlen im Nordkreis zwischen Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth steigen seit Tagen wieder merklich an, weil die Motorradsaison im April begonnen hat. Auch die Lärmbelästigung nimmt zu. "Freitags nach Feierabend geht es los", sagt eine Anwohnerin. Seit dem sonnigen Osterwochenende habe sie wieder mehr Kradfahrer gehört.

Auch ein Anwohner der B 237 am Ortsausgang von Hückeswagen in Richtung Berg hat sich in unserer Redaktion wegen des Lärms gemeldet. Auch rund um die Bever sind nun wieder vermehrt die Zweiradfahrer unterwegs. Die Kennzeichen der Fahrer können dabei unterschiedlichsten Städten aus ganz Nordrhein-Westfalen zugeordnet werden. "Das ist hier zum Geheimtipp geworden, hat mir ein Motorradfahrer erzählt", sagt eine BM-Leserin.

Zwischen Januar 2014 und April 2016 ereigneten sich beispielsweise an der Uelfe-Wuppertal-Straße in Rade acht Unfälle mit Motorrädern. Die Landstraße ist gut 6,5 Kilometer lang und führt extrem kurvenreich an der Uelfe entlang. Viele Fahrer unterschätzen den Streckenverlauf. Gerade jetzt im April, wenn die Motorradfahrer auf die Maschinen steigen und nach der monatelangen Pause noch etwas ungeübt sind, kann das gefährlich werden. "Das Wegrutschen der Reifen ist schon im Ansatz zu hören, kurz bevor es zum Sturz kommt und der Unfall passiert", sagt die Anwohnerin. Drei Schwerverletzte und drei Leichtverletzte lautet die Bilanz der Unfallstatistik seit 2014.

"Die Uelfe-Wuppertal-Straße ist auffällig, aber kein Unfallbrennpunkt", sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Dzuballe. Die Verkehrsunfälle sind in erster Linie gefährlich für die Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Folgenreich sind sie aber auch, weil die Uelfe-Wuppertal-Straße eine viel befahrene Umgehung ist, auf der Berufspendler unterwegs sind. Immer wieder kommt es zu Staus und stockendem Verkehr. Ein drittes Ärgernis ist der Lärm, dem sich die Anwohner ausgesetzt sehen. Insbesondere am Wochenende, wenn das Wetter gut ist, zieht es die Motorradfahrer auf die Straßen. Rund um die Bever ist dann besonders viel los. "Und an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten sich die wenigsten", sagen Anwohner, die Samstagsmorgens von heulenden Motorengeräuschen geweckt werden. Die Kreispolizei bestätigt die Aussagen der Betroffenen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen an der Uelfe verändern sich auf der relativ langen Streckenführung. Das könnte ein Grund dafür sein, dass das Tempolimit nicht immer eingehalten wird. "Zu den Stoßzeiten stehen wir mit Lasergeräten und Radarwagen vor Ort", sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Dzuballe.

Die Polizei führe deshalb zurzeit vermehrt Verkehrskontrollen auch in Hückeswagen durch: Motor, Reifen oder Beleuchtung stehen dabei im Fokus der Beamten. An bestimmten, sonnigen Wochenenden werde sogar flächendeckend gemessen. Dem "Netzwerk Kradfahrer" ist die Kreispolizei ebenfalls angeschlossen - alles, damit "Motorrad-Wetter" auch "Garten-Wetter" für Anwohner bleibt. Und die Motorradsaison statt gefährlich und laut, sicher und friedlich verläuft.

Quelle: RP
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