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Hückeswagen
Netzwerk für Jugend mit neuem Konzept

Hückeswagen: Netzwerk für Jugend mit neuem Konzept
Das Jugendzentrum verfügt über eine Bogenschieß-Ausrüstung, die bei Bedarf an andere Institutionen oder Vereine ausgeliehen werden kann. Um die Jugendarbeit in Hückeswagen besser zu koordinieren, gibt es ein Netzwerk inklusive Plattform für die beteiligten Einrichtungen. Durch die Flüchtlingssituation läuft es etwas schleppend. FOTO: Hans Dörner (Archiv)
Hückeswagen. Im Februar 2015 hatte Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke angekündigt, Angebote für Kinder und Jugendliche besser koordinieren zu wollen. Das Projekt läuft schleppend - und durch die Flüchtlingssituation gibt es andere Schwerpunkte. Von Joachim Rüttgen

Das hatte sich Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke anders vorgestellt: Im Februar hatte sie angekündigt, die Angebote für Kinder und Jugendliche besser koordinieren zu wollen. Institutionen und Vereine sollen sich besser vernetzen und stärker kooperieren - und dafür soll ein Konzept für ein stadtweites Jugendnetzwerk entwickelt werden. Hierfür erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Angebotes und Leistungsspektrums der Institutionen. Bei einem ersten Treffen wurde geklärt, was die einzelnen Institutionen anbieten und welche Ausstattung sie haben. Mittlerweile haben sich etwa zehn von ihnen auf einer Plattform zusammengeschlossen. "Doch das Projekt läuft zurzeit eher schleppend, bei einem Termin des Netzwerks Ende November gab es nur eine geringe Resonanz", berichtet Andrea Poranzke.

Auf der Plattform kann sich aber mittlerweile jede Einrichtung präsentieren und mit ihren Inhalten, Programmen und Materialien anderen Institutionen vorstellen. "Hier geht es vor allem darum, dass Ausrüstungen und Ausstattungen ausgeliehen werden und nicht mehrfach gekauft werden müssen", sagt die Stadtjugendpflegerin. Sie will sich unbedingt zeitnah wieder treffen, aber momentan überlagere die Flüchtlingssituation das weitere Vorgehen. "Die Strukturen der Angebote haben sich verändert, auch die Teilnehmerstruktur ist eine völlig andere", sagt sie. Das spürt die Leiterin des Jugendzentrums auch in der eigenen Einrichtung: Dorthin kommen zurzeit viele ältere Jugendliche, die Jüngeren werden verdrängt. "Da gibt es auch Eltern, die Bedenken haben, ihre Kinder zu schicken. Das ist schade, aber wir müssen auch da überlegen, was wir gemeinsam tun können, ein Angebot für Jüngere aufrecht zu erhalten und trotzdem integrativ zu arbeiten", sagt Andrea Poranzke.

Der ursprüngliche Gedanke, sich zu vernetzen und sich gegenseitig zu helfen, gerate da vielleicht ein bisschen in den Hintergrund, "aber ich verliere das nicht aus den Augen", sagt die Stadtjugendpflegerin. Die Flüchtlingsproblematik werde sich so schnell nicht verändern, so dass auch das Netzwerk auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren müsse. Poranzke fordert neue Konzepte, "denn noch immer bieten ganz viele Institutionen gute Sachen an, aber gebündelt ist das noch lange nicht", sagt sie. Auch beim "Runden Tisch Asyl", der vergangene Woche tagte, seien viele Angebote auf den Tisch gekommen, von denen einige noch gar nichts wussten. Die Bündelung der vorhandenen Kräfte bezeichnet die Stadtjugendpflegerin als Zukunftsaufgabe. Mit der neu gegründeten Plattform sei ein Anfang gemacht ("da haben wir uns schon gegenseitig Futter gegeben"), die Passwörter seien verteilt und jede Einrichtung habe Zugriff. "Wichtig ist auch, dass künftig möglichst wenige Veranstaltungen überlappen und sich gegenseitig Konkurrenz machen", sagt sie. Andrea Poranzke will das Netzwerk weiter ausbauen. "Das ist auch kein Problem, aber eine zusätzliche Herausforderung durch die sich verändernden Bedingungen. Wir müssen einfach ein bisschen umdenken, und jede Einrichtung muss sich was einfallen lassen", sagt sie. Anfang des neuen Jahres soll es ein weiteres Treffen der Netzwerkpartner geben.

Andrea Poranzke zeigt sich kämpferisch für 2016: "Ich bin optimistisch. Das ist alles zu meistern, denn gemeinsam sind wir stark", sagt sie.

Quelle: RP
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